US-Bundesjustiz richtet Lisa Montgomery hin

13.01.2021 | 08:35 Uhr
In den USA ist das erste Mal seit fast 70 Jahren eine Frau durch die US-Bundesjustiz hingerichtet worden. Das Todesurteil gegen Lisa Montgomery wurde in Indiana vollstreckt.
Das Urteil für das grausame Verbrechen von Lisa Montgomery heißt Todesstrafe, doch die Jury kannte damals nicht alle Fakten. Nun wurde die 52-Jährige dennoch hingerichtet.
In den USA ist das erste Mal seit fast 70 Jahren eine Frau durch die US-Bundesjustiz hingerichtet worden. Die 52-jährige Lisa Montgomery bekam in einem Bundesgefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana eine Giftspritze. Sie wurde am Mittwoch um 1.31 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt.

Exekution erst gestoppt, dann freigegeben

Montgomery war wegen eines grausamen Mordes an einer Schwangeren zum Tode verurteilt worden. Doch ein Gericht im Bundesstaat Indiana hatte die Vollstreckung des Urteils zunächst wegen Zweifeln an Montgomerys Geisteszustand ausgesetzt.
Ein Berufungsgericht hob die Entscheidung einen Tag später jedoch auf. Der Supreme Court in Washington gab am Mittwoch schließlich den Behörden Recht und machte den Weg für die Exekution frei. Es war die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit dem Jahr 1953.

Baby aus dem Bauch geschnitten

Montgomery hatte 2004 eine Hochschwangere erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Bauch geschnitten. Einen Tag nach der Tat wurde sie in ihrem Haus in Skidmore im US-Bundesstaat Missouri rund 250 Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen.
Das geraubte Baby, das die grausige Tat überlebte, hatte sie bei sich. Vor ihrem Geständnis erzählte sie der Polizei und ihrem Mann, dass sie das Mädchen selbst zur Welt gebracht habe. Montgomery wurde im Jahr 2007 zum Tod verurteilt.

Montgomery bereits 2007 zum Tod verurteilt

Das US-Justizministerium entschied im vergangenen Jahr in ihrem Fall sowie bei zwölf anderen zum Tode verurteilten Häftlingen in US-Bundesgefängnissen, dass die Hinrichtungen vollzogen werden sollten.
Zuvor waren Hinrichtungen durch die Bundesjustiz 17 Jahre lang ausgesetzt gewesen. Der scheidende US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe. Ein Gnadengesuch von Montgomerys Anwälten ignorierte er.
Quelle: AFP, AP

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