Kim räumt große wirtschaftliche Probleme ein

07.04.2021 | 10:00 Uhr
Die Corona-Pandemie verschärft die Wirtschaftslage Nordkoreas zusätzlich. Der nordkoreanische Machthaber Kim sieht Verbesserungsbedarf bei der kommunistischen Partei.
Machthaber Kim sieht Nordkorea in seiner bislang "schlimmsten Situation".Quelle: KCNA/dpa

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat eingeräumt, dass sein Land die bislang "schlimmste Situation" seiner Geschichte durchmache.
Den Lebensstandard der Menschen zu verbessern - selbst in der schlimmsten Situation, die wir mit beispiellos zahlreichen Herausforderungen bewältigen müssen - hängt von den Zellen (der kommunistischen Partei) ab, den Basisorganisationen der Partei.
Kim Jong Un laut Nachrichtenagentur KCNA

Kritik an "Parteizellen"

Kim habe am Dienstag auf einer Tagung Tausender Sekretäre von "Basiszellen der Partei" gesprochen. Er warf in seiner Rede diesen Basiszellen Mängel vor, die für eine "gesunde und nachhaltige Entwicklung" der Partei sofort korrigiert werden müssten.
Parteizellen bestehen aus fünf bis 30 Mitgliedern und wachen über die Arbeit in Fabriken und im Alltag der Menschen. Sie gelten als eine Säule der Macht der Einheitspartei, der kommunistischen Partei der Arbeit.

Corona-Pandemie verschärft Wirtschaftskrise

Beobachtern zufolge hat die von Pjöngjang mit der Corona-Pandemie begründete verschärfte Abschottung die Wirtschaftskrise des ohnehin isolierten Landes verschärft. Hinzu kommt die Wirkung harter US-Sanktionen.
Kim forderte laut KCNA die örtlichen Parteifunktionäre auf, die Beschlüsse des Parteitags vom Januar umzusetzen. Auf einer Konferenz einige Monate zuvor hatte Kim in ungewohnter Offenheit erklärt, dass seine Pläne zur Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung ohne Erfolg geblieben seien.

Offiziell weiterhin keine Corona-Fälle in Nordkorea

Nordkorea stellt sich in seinem jüngsten Bericht an die WHO weiterhin als coronavirusfreies Land dar. Pjöngjang habe gemeldet, dass bis zum 1. April 23.121 Menschen getestet wurden und alle Tests negativ verlaufen seien, erklärte die Weltgesundheitsorganisation in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP.
Beobachter bezweifeln aber, dass die Pandemie an Nordkorea mit seiner schlechten Gesundheitsinfrastruktur und seiner durchlässigen Grenze zu China vorbeigegangen sein könnte.
Das Land hat den Grenzverkehr stark eingeschränkt, Touristen verbannt, Diplomaten ausgeflogen und Zehntausende Menschen mit Infektionssymptomen unter Quarantäne gestellt. Nach offiziellen Angaben aus Sorge vor der Corona-Pandemie sagte Nordkorea am Dienstag als erstes Land weltweit seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio ab.
Quelle: ap

Mehr zu Nordkorea