Interview

: Waffenlieferung an Kiew "unzufriedenstellend"

04.04.2022 | 09:39 Uhr
Grünen-Chef Nouripour hat Ministerin Lambrecht wegen der seiner Meinung nach unzureichenden Waffenlieferungen an die Ukraine kritisiert. Die Situation sei "unzufriedenstellend".

Es wird nach den Bildern in Butscha "sicher keine Normalisierung mehr geben können", sagt Omid Nouripour, Parteivorsitzender B'90/Grüne.

04.04.2022 | 04:52 min
Grünen-Chef Omid Nouripour hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) wegen der seiner Meinung nach unzureichenden Waffenlieferungen an die Ukraine kritisiert.
Es sei "sehr unzufriedenstellend" wenn nach Wochen des Krieges noch keine Synchronisation zwischen den Bedürfnissen der Ukraine und den deutschen Lieferungen stattgefunden habe, sagte Nouripour im ZDF-Morgenmagazin.

Nouripour: Werden "natürlich" weitere Waffen liefern

Es könne nicht sein, dass etwa von der Ukraine angefragte Schützenpanzer vom Typ Marder in Deutschland einfach ungenutzt rumstehen und nicht geliefert werden. "Da müssen wir zusammen besser werden", sagte Nouripour.
Deutschland werde "natürlich" weitere Waffen an die Ukraine liefern müssen, da gehe es jetzt um die Frage, was vorhanden sei und in welcher Geschwindigkeit geliefert werden könne.

Nouripour: "Es wird keine Normalisierung geben"

Der Grünen-Vorsitzende schloss gleichzeitig aus, dass Deutschland nach den Bildern von Gräueltaten an Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha ohne einen Führungswechsel im Kreml die Beziehung zu Russland wieder normalisieren könne.
Auch wenn die russische Armee morgen verlieren und sofort abziehen würde: Es wird nach diesen Bildern sicher keine Normalisierung mehr geben können.
Omid Nouripour, Grünen-Chef

Fragen und Antworten zum Russland-Ukraine-Konflikt

"Wir werden alles dafür tun müssen, damit wir einfach komplett entkoppelt sind und auch keine Wirtschaftsbeziehungen mehr mit Russland unterhalten," sagte Nouripour im ZDF.
Es müsse jetzt neue Sanktionen geben, um Personen und finanzielle Instrumente. Dann müsse "so schnell es geht" die Abhängigkeit Deutschlands von Öl und Gas aus Russland beendet werden.
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Quelle: ZDF, AFP, dpa

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