: Nord Stream 2: Sofortiger Weiterbau genehmigt

15.01.2021 | 10:49 Uhr
Eigentlich hätte es mit dem Bau der Pipeline Nord Stream 2 erst im Mai weitergehen sollen. Durch eine neue Genehmigung können die Pläne nun vorgezogen werden.
An der Gaspipeline Nord Stream 2 kann sofort weitergebaut werden.Quelle: dpa
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat den sofortigen Weiterbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in deutschen Gewässern genehmigt. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde vom Freitag hervor. Die bisherige Genehmigung hätte Arbeiten normalerweise erst wieder ab Ende Mai zugelassen.

Widerspruch könnte Bau verzögern

Ein Widerspruch - etwa von Umweltverbänden - könnte den sofortigen Weiterbau in der deutschen "Ausschließlichen Wirtschaftszone" (AWZ) allerdings noch stoppen, da er aufschiebende Wirkung hätte.
Die Genehmigung war unter anderem deshalb notwendig geworden, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe nach Sanktionsdrohungen der USA Ende 2019 abgezogen hatte. Für diese Schiffe hatte auch für die Wintermonate bereits eine Genehmigung vorgelegen. 

Genehmigung für neuen Schiffstyp erforderlich

Nord Stream 2 musste nach dem Ausstieg der Schweizer allerdings auf einen Schiffstyp umsteigen, der von anderen Schiffen auf Position gehalten beziehungsweise bewegt wird. Für so ein ankerpositioniertes Schiff gilt die jetzt erteilte Genehmigung.
Ein solches Schiff, die russische "Fortuna", hatte am Donnerstag den Wismarer Hafen verlassen. Ab Freitag waren bei den dänischen Behörden Arbeiten in der Ostsee bei Bornholm unter Beteiligung der "Fortuna" angekündigt.
Nach dem Erreichen der Position in dänischen Gewässern würden vorbereitende Arbeiten und Tests beginnen, hatte es von Nord Stream 2 geheißen. Einen genauen Zeitpunkt hatte man noch nicht nennen können.

94 Prozent von Nord Stream 2 bereits fertiggestellt

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor sind 94 Prozent der umstrittenen Pipeline fertiggestellt. Damit liegen mehr als 2.300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 150 Kilometer, also 75 Kilometer je Strang - davon etwa 120 Kilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern.
Quelle: dpa

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