: Scholz kauft Steuerdaten-CD aus Dubai

11.06.2021 | 19:09 Uhr
Gerade in Pandemie-Zeiten im Trend: Dubai. Auch als Steueroase. Um gegen Steuerbetrug vorzugehen, hat Finanzminister Scholz nun Daten aus dem arabischen Land gekauft.
Will gegen Steuerbetrug vorgehen: Bundesfinazminister Olaf Scholz (Archivbild)Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Bundesfinanzminister Olaf Scholz will den Kampf gegen Steuerbetrug verschärfen. Der SPD-Politiker sagte am Freitag in Berlin: "Das Bundeszentralamt für Steuern hat auf meine Veranlassung hin eine CD beschafft, auf der steuerlich relevante Daten aus dem Emirat Dubai enthalten sind." Diese Daten würden jetzt von den Ländern ausgewertet.
Es geht darum, mögliche Steuerstraftaten aufzudecken. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Da gibt es kein Pardon.
Olaf Scholz
Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet, Scholz habe erstmals durch das Bundeszentralamt für Steuern geheime Daten ankaufen lassen, um massenhaften Steuerbetrug aufzudecken.

Dubai im Visier

Dabei handle es sich um umfassende Informationen über Vermögenswerte in Dubai. Betroffen seien Millionen Steuerpflichtige, darunter etliche tausend Deutsche, die unter anderem über Grundstücke und Immobilien in dem Golfemirat verfügten.
Scholz verspreche sich von dem Kauf, länderübergreifende Steuerstraftaten von erheblichem Ausmaß aufzudecken. Die Daten lieferten Erkenntnisse über Vermögenswerte, die in Dubai vor dem Zugriff des Fiskus versteckt worden seien, heißt es laut Bericht im Ministerium.

Daten sollen zwei Millionen Euro gekostet haben

Neben der Aufklärung von Straftaten stellten die Daten zudem sicher, dass bei grenzüberschreitenden Geschäften die Steuerbehörden vollständige Einsicht bekämen. So würden Einnahmeausfälle vermieden.
Laut "Spiegel" wurden die Daten von einem anonymen Informanten angeboten, der Ankauf habe das Bundesamt rund zwei Millionen Euro gekostet. Bisher hätten nur Bundesländer Steuerdaten gekauft.
So hatte der damalige nordrhein-westfälische Finanzminister und heutige SPD-Chef Norbert Walter-Borjans mehrere Steuerdaten-CDs gekauft. Er war von 2010 bis 2017 NRW-Finanzminister.
Quelle: dpa

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