: Seehofer: Katastrophenschutz nicht zum Bund

26.07.2021 | 12:51 Uhr
Die Bewältigung akuter Katastrophenlagen liegt bislang in der Verantwortung der Länder und Kommunen. Geht es nach dem Bundesinnenminister, bleibt das auch so.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Der Bund sollte nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer nicht die Verantwortung für den Katastrophenschutz an sich ziehen. Die im Katastrophenfall notwendigen Entscheidungen müssten weiter vor Ort getroffen werden, ein Eingreifen in die Kompetenzen von Ländern und Kommunen wäre der falsche Weg, sagte der CSU-Politiker.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) solle lediglich eine stärkere koordinierende Rolle übernehmen, betonte der Minister.

Seehofer: Cell Broadcast noch in diesem Jahr

Seehofer äußerte sich außerdem zuversichtlich, dass das sogenannte Cell Broadcast - also Warnmeldungen an die Bevölkerung via Mobilfunk - rasch eingeführt werden könne. "Ich glaube, man kann das in diesem Jahr hinbringen", sagte Seehofer vor einer Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages in Berlin. Er wisse um die Bedenken, etwa der Netzbetreiber. "fügt der CSU-Politiker hinzu. Und:
Wenn man will, kann man Berge versetzen - nur nicht die Zuständigkeiten der Länder.
Die Bewältigung akuter Katastrophenlagen liegt bislang in der Verantwortung der Länder und Kommunen. Der Bund hat seinerseits die Aufgabe, für den Schutz der Bevölkerung im Verteidigungsfall zu sorgen. Einige Experten halten die Aufteilung für überholt.
In Rheinland-Pfalz sind die Hilfskräfte weiter im Einsatz. Straßen, Häuser - Existenzen sind zerstört - und auch die medizinische Versorgung in den Gebieten ist noch immer schwierig.
Bei der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren Mitte Juli mindestens 179 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende werden noch immer vermisst.
Quelle: dpa

Mehr zur Unwetterkatastrophe