: Bayern soll bis März Windkraft-Plan vorlegen

20.01.2022 | 11:29 Uhr
Im Streit um den Ausbau der Windenergie hält Ministerpräsident Söder weiter an seiner Abstandsregel für Windräder fest - mit Ausnahmen. Bis März will Bayern einen Plan vorlegen.

Im flächenmäßig größten Bundesland Bayern gingen im vergangenen Jahr gerade mal acht neue Windräder in Betrieb. Das Bundesland muss mehr liefern, findet Klimaschutzminister Habeck.

20.01.2022 | 01:41 min
Im Streit über den Ausbau der Windkraft in Bayern soll der Freistaat bis März Vorschläge vorlegen, wie die Kapazität trotz der umstrittenen Abstandsregelung hochgefahren werden kann. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Bundesklimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) am Donnerstag in München.

Habeck fordert Bayern zu ökologischem Patriotismus auf

Habeck sagte, der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse bundesweit von einem "ökologischen Patriotismus" getrieben sein. Man müsse bei der Windkraft den "Kreislauf nach unten" beenden, wo jedes Bundesland versuche, der "größte Verhinderer" zu sein.
Als Minister für Deutschland und Minister für Bayern werbe ich dafür, dass wir uns dem, was notwendig ist, stellen, zum Wohle der Menschen, der Gesellschaft und dann auch der Wirtschaft in Bayern.
Robert Habeck, Minister für Wirtschaft und Klimaschutz

Söder will über Ausnahmen sprechen

"Wir sind bereit, über Ausnahmen zu reden", sagte Söder. Grundsätzlich sei denkbar, die 10-H-Regelung etwa im Staatswald aufzuweichen, auch beim Ersatz alter Anlagen durch modernere und leistungsfähigere, dem sogenannten Repowering, könne man sich Ausnahmen vorstellen, sagte Söder. "Ob das dann reicht, müssen wir sehen", sagte Söder. Mit den Vorschlägen wolle Bayern aber auch Wünsche auf den Tisch legen, kündigte er an.
Wir glauben, dass mehr geht, aber Wind ist nicht die Hauptmöglichkeit in Bayern.
Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident
Schon jetzt würden 53 Prozent des Stroms in Bayern über erneuerbare Energien gewonnen. Eine Absage erteilte er der Forderung, zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie zur Verfügung zu stellen. "Bei den zwei Prozent sind wir einfach skeptisch", sagte Söder.

Stockender Windkraftausbau in Bayern

Die neue Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Windenergie an Land kommt dabei die zentrale Rolle zu. Dafür sollen zwei Prozent der Fläche Deutschlands reserviert werden. In den vergangenen Jahren war der Ausbau wegen fehlender Flächen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Schon im Jahr 2023 soll nun fünf Gigwatt an Leistung zugebaut werden, was an das Rekordjahr 2017 anknüpfen würde. Bis 2027 sollen es dann mit zehn Gigawatt sogar doppelt soviel jährlich werden.

Um steigende Energiekosten zu begrenzen, sieht Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eine Lösung im stärkeren Ausbau der Windkraft in Deutschland und bei Anreizen für private Solarstrom-Anlagenbetreiber, den erzeugten Strom "selbst zu nutzen".

11.01.2022 | 07:00 min
In Bayern wurden im vergangene Jahr nur etwa ein Dutzend neue Windräder gebaut. Das entspricht etwa zwei Prozent des gesamten Zubaus. Zum Vergleich: In Niedersachsen wurden über 100 Anlagen errichtet, was fast einem Viertel der neuen Leistung bundesweit entspricht.

Die in Bayern geltende 10H-Regelung macht den Bau von Windkraftanlagen im Freistaat vielerorts unmöglich. Obwohl sich die Söder-Regierung betont klimafreundlich gibt, fallen Planungen für Windräder meistens durch. Das sorgt für immer mehr Protest.

29.05.2021 | 03:31 min
Quelle: dpa, Reuters

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