Exklusiv

: Meuthen: Einfluss des Klimawandels unklar

von Dominik Rzepka
18.07.2021 | 18:02 Uhr
Hat der Klimawandel die Hochwasserkatastrophe in Deutschland verstärkt? AfD-Chef Jörg Meuthen hält das für unklar. Solche Unwetter habe man manchmal im Sommer, sagt er im ZDF.
Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit AfD-Chef Jörg Meuthen in voller Länge.
Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat die Rolle des Klimawandels im Zusammenhang mit den Überschwemmungen in Deutschland hinterfragt. "Ich sehe zunächst einmal eine Unwetter-Wetterlage, wie man sie im Sommer manchmal hat, sie ist diesmal besonders krass ausgefallen", sagt Meuthen im ZDF-Sommerinterview.
Zu dieser Katastrophe sei es gekommen, weil ein Tief zwischen Hochs eingeklemmt gewesen sei. Meuthen sagt:
Inwieweit Klimawandel-Phänomene diese Geschichte nun verstärkt haben oder nicht, das wissen wir nicht.
Jörg Meuthen, AfD
Einen effektiven Kampf gegen die globale Erderwärmung hält Meuthen für sinnlos: "Ich halte es für menschliche Hybris zu sagen: Wir steuern hier das Weltklima auf 0,1 oder 0,2 Grad genau." Das sei menschlich "nicht machbar", der Mensch müsse stattdessen "damit umgehen".
Meuthen fordert den Einsatz von Hochtechnologie gegen Überschwemmungen, wie er zum Beispiel in den Niederlanden eingesetzt werde.
Starkregen, Stürme, ungewöhnliche Hitze und Trockenheit: Erleben Europa und die Welt gerade lediglich extreme Wetterlagen oder sind das alles Anzeichen für einen Klimawandel?

Meuthen fallen zehn, zwölf radikale AfD-Vertreter ein

Inhaltlich geht es in dem Interview, das das ZDF um 19:25 Uhr ausstrahlt, auch um den Kurs der Partei zehn Wochen vor der Bundestagswahl. Meuthen weist dabei den Vorwurf zurück, die AfD habe sich zusehends radikalisiert. "Ich habe keinen Anteil an der Radikalisierungsentwicklung und ich würde eine Radikalisierungsentwicklung auch in Abrede stellen." Wohl aber gebe es einzelne Akteure, die sich nicht an die Spielregeln halten - einige konkrete Beispiele:
Beispiel 1: Andreas Harlaß. Er steht auf Listenplatz 5 der sächsischen AfD für die Bundestagswahl und darf gerichtlich als "lupenreiner Neonazi" bezeichnet werden. Meuthen sagt: "Sie erwarten doch nicht von mir, dass ich eine Verteidigung von einzelnen Listenkandidaten mache. Die Liste in Sachsen habe ich als Baden-Württemberger mit Sicherheit nicht mitgewählt." Er persönlich hätte Harlaß allerdings nicht gewählt.
Beispiel 2: Jens Maier, Listenplatz 2 in Sachsen. Er sagt: "Wer in diesen Zeiten nicht als Rechtsextremist diffamiert wird, macht irgendwas verkehrt." Meuthen antwortet: "Ich finde, dass Herr Maier mit solchen Sprüchen etwas verkehrt macht. Wir können die zwanzig Minuten (Anmerkung der Redaktion: Meuthen meint damit die Länge des kompletten ZDF-Sommerinterviews) in toto damit verbringen, ich wüsste noch zehn, zwölf Namen zu sagen."

Weitere ZDF-Sommerinterviews

Christian Lindner (FDP)

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit FDP-Chef Christian Lindner in voller Länge.
Der FDP-Chef fordert im ZDF-Sommerinterview von der Bundesregierung, die "moralische Verantwortung" in Afghanistan zu übernehmen und schnell zu evakuieren.

Robert Habeck (Grüne)

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit Grünen-Co-Chef Robert Habeck in voller Länge.
Grünen-Chef Robert Habeck fordert im ZDF-Sommerinterview mehr Rechte für Geimpfte und betont darüber hinaus die Dringlichkeit beim Klimaschutz und in der Flüchtlingspolitik.

Markus Söder (CSU)

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit CSU-Chef Markus Söder in voller Länge.
Söder fordert im ZDF mehr Rechte für Geimpfte und Impfangebote für Kinder ab 12 Jahren. Die Union fordert er auf, im Wahlkampf endlich mehr "Tempo und Power" an den Tag zu legen.

Armin Laschet (CDU)

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit CDU-Chef Armin Laschet in voller Länge.
Mehr Freiheiten für Geimpfte lehnt Unionskanzlerkandidat Laschet im ZDF-Sommerinterview ab. Er spricht sich gegen eine Impfpflicht und gegen einen vorgezogenen Kohleausstieg aus.

Jörg Meuthen (AfD)

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit AfD-Sprecher Jörg Meuthen in voller Länge.
Hat der Klimawandel die Hochwasserkatastrophe in Deutschland verstärkt? AfD-Chef Jörg Meuthen hält das für unklar. Solche Unwetter habe man manchmal im Sommer, sagt er im ZDF.

Janine Wissler (Linke)

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit Linken-Chefin Janine Wissler in voller Länge.
Kümmert sich die Linke zu sehr um "Lifestyle"-Themen wie Gendersternchen? Im ZDF-Sommerinterview sagt Parteichefin Janine Wissler: Das ist nicht der Grund für das Tief der Partei.

Frank-Walter Steinmeier

Sehen Sie hier das ZDF-Sommerinterview mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in voller Länge.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Sorge, dass der Bundestagswahlkampf eine Schlammschlacht werden könnte. Sehen Sie hier das ganze ZDF-Sommerinterview mit Steinmeier.

AfD-Mann: "Das freundliche Gesicht des NS"

Beispiel 3: Matthias Helferich, AfD-Landesvize in NRW und dort auf Listenplatz 7. Er bezeichnet sich selbst in internen Chats als das "freundliche Gesicht des NS". Meuthen sagt: "Wir werden uns diese Causa Helferich sehr genau anschauen."
Die vergangene Sitzung des Bundesvorstands hätte sich bereits mit dem Fall beschäftigen sollen. Diese habe aber nicht stattfinden können wegen der Unwetter-Katastrophe. Kommende Woche werde das aber nachgeholt. "Es besteht nicht der geringste Zweifel daran, dass das Äußerungen sind, die in unserer Partei nicht gehen."
Beispiel 4: Christina Baum, Stephan Brandner, Jürgen Pohl. Auf die Frage, ob er einen dieser Namen für den Bundestag empfehlen könne, sagt Meuthen: "Das sind alles nicht meine Freunde und sie wissen es. Ich habe keine Empfehlungen auszusprechen, das ist eine Entscheidung der Wähler." Er könne aber hunderte andere Namen empfehlen, so Meuthen.
Das komplette ZDF-Sommerinterview mit Jörg Meuthen sehen Sie um 19:25 Uhr im ZDF und auf ZDFheute.

Die nächsten ZDF-Sommerinterviews

22. August: Olaf Scholz, SPD

Der SPD-Kanzlerkandidat stellt sich am 22. August den Fragen von Shakuntala Banerjee.

Quelle: Fabian Sommer/dpa