: Russland und Ukraine nutzen Streumunition

12.05.2022 | 02:19 Uhr
Die Organisation Human Rights Watch beschuldigt sowohl Russland als auch die Ukraine international geächtete Streumunition einzusetzen. Es soll Hunderte Einsätze gegeben haben.
Streubomben und Minen, die im Libanon zum Einsatz kamen. Symbolbild.Quelle: Nabil Mounzer/Epa (Archiv)
Einem Bericht der Organisation Human Rights Watch zufolge hat die russische Armee bei Kämpfen in der Ukraine international geächtete Streumunition eingesetzt.
Durch den Einsatz der Streubomben seien Hunderte Zivilisten ums Leben gekommen sowie Schulen, Wohn- und Krankenhäuser beschädigt worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation in Genf.
Aber auch die ukrainische Armee habe solche Munition mindestens einmal eingesetzt.

Streumunition ist seit 2010 international geächtet

Es gibt seit 2010 einen internationalen Vertrag, das Übereinkommen über Streumunition, der den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streumunition verbietet.
Daran sind aber streng genommen nur die 110 Vertragsstaaten gebunden. Russland und die Ukraine gehören nicht dazu. Gleichwohl ist der Einsatz dieser Waffen durch die breite Verurteilung durch so viele Länder international geächtet.

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Quelle: ZDF
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Wie arbeitet das Aktionsbündnis?

Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe hilft Menschen in der Ukraine und auf der Flucht. Gemeinsam sorgen die Organisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland für Unterkünfte und Waschmöglichkeiten, für Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Auch psychosoziale Hilfe für Kinder und traumatisierte Erwachsene ist ein wichtiger Bestandteil des Hilfsangebots.

Bomben so gefährlich wie Landminen

Streumunition kann durch Bodenraketen oder aus dem Flugzeug aufgeworfen werden. Es handelt sich um Bomben, die teils Hunderte kleinere Bomben enthalten und in der Luft explodieren. Die Munition verbreitet sich so wahllos auf einem großem Gebiet.
Munition, die zunächst nicht zündet, kann jahrelang am Boden liegen bleiben und ist so gefährlich wie nicht explodierte Landminen.

Mehrfach soll die russische Armee Streumunition auf ukrainische Wohngebiete abgefeuert haben, so die Vereinten Nationen. Das verstoße gegen das Völkerrecht.

11.03.2022 | 02:35 min

Human Rights Watch: Hunderte Streubomben

Human Rights Watch habe den russischen Einsatz solcher Munition in mehreren Städten dokumentiert, darunter in Charkiw und Mykolajiw, berichtete die Organisation.
In Mykolajiw seien nach lokalen Medienberichten durch Streumunition am 13. März neun Menschen getötet worden, die vor einem Geldautomaten Schlange standen. Wie viele Einsätze es insgesamt waren, sei schwer zu sagen, aber die Organisation gehe von Hunderten aus.

Ukraine berichtet von 100.000 Landminen und Streubomben

Die Ukraine habe solche Munition Berichten zufolge in einem Dorf bei Charkiw eingesetzt, das unter russischer Kontrolle war.
Nach ukrainischen Angaben seien bis zum 9. Mai bereits fast 100.000 Landminen und Teile von Streumunition geborgen und unschädlich gemacht worden.
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Quelle: dpa

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