Trump will TikTok in den USA verbieten

01.08.2020 | 08:23 Uhr
US-Präsident Trump will TikTok in den USA verbieten. Die App steht im Verdacht, Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzugeben.
TikTok gilt als die am schnellsten wachsende Social-Media-App. Doch es gibt massive Datenschutzbedenken. US-Präsident Trump möchte die App verbieten – auch um Chinas Einfluss einzudämmen.
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die beliebte Videoplattform TikTok in den USA zu verbieten. "Was TikTok betrifft, so verbannen wir sie aus den Vereinigten Staaten", sagte Trump vor Reportern in der Präsidentenmaschine Air Force One. Er plane, bereits an diesem Samstag gegen die Videoplattform vorzugehen.

Verdacht der Datenspionage durch Peking

Zuvor hatten die US-Behörden Bedenken geäußert, dass das Onlinenetzwerk der in China ansässigen Firma ByteDance Nutzerdaten an die chinesische Regierung weitergibt. In Indien wurde die Plattform schon verboten.
In den USA wurde TikTok zuletzt durch das Committee on Foreign Investment (CFIUS) überprüft. Das Unternehmen wies bislang alle Vorwürfe über die Weitergabe von Nutzerdaten wiederholt zurück.

Microsoft offenbar an TikTok interessiert

Trump machte den mitreisenden Journalisten zufolge zudem deutlich, dass er nicht für einen Deal sei, bei dem ein US-Unternehmen den amerikanischen Betrieb von TikTok kauft.
Am Freitag war laut Kreisen bekannt geworden, dass der US-Softwareriese Microsoft an Tiktok interessiert sei. Das Unternehmen verhandele über den Kauf des US-Geschäfts, hatte die Nachrichtenagentur Boomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet.

Trump erwägt weitere Schritte

Trump hatte zuvor bereits angedeutet, dass er sich den Onlinedienst anschauen und möglicherweise verbieten werde. "Vielleicht tun wir auch andere Dinge", sagte der US-Präsident weiter. Es gebe viele Optionen.
TikTok ist vor allem bei jungen Menschen beliebt und hat weltweit fast eine Milliarde Nutzer. Die Videoplattform entstand 2017 durch die Zusammenlegung mit der Mitsing-App Musical.ly, die mit einer Lippensynchronisierungsfunktion für selbstgedrehte Videos erfolgreich wurde.
Quelle: AFP, Reuters, dpa

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