: Zu "hohem wirtschaftlichen Preis" bereit

07.02.2022 | 23:36 Uhr
Suche nach Lösungen im Ukraine-Konflikt: Außenministerin Baerbock sagte in Kiew, Deutschland sei bereit, einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen.

Die Ukraine fordert im Konflikt mit Russland Waffenlieferungen von Deutschland. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock erteilt diesen eine Absage und betont bei ihrem erneuten Besuch in Kiew Solidarität und mögliche Sanktionen gegen Russland.

07.02.2022 | 02:45 min
Im Ukraine-Konflikt hat die internationale Krisendiplomatie am Montag auf höchster Ebene nach Lösungen gesucht. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sagte in Kiew, dass Deutschland zwar eine enge wirtschaftliche Verflechtung mit Russland habe, aber es gehe um die Sicherheit der Ukraine.
Wir sind auch bereit, selber dafür einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen.
Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin
An ihren Amtskollegen Dmytro Kuleba gewandt sagte sie auf einer gemeinsamen Pressekonferenz:
Ihr wisst, dass ihr auf Deutschland zählen könnt.
Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin
Deutschland habe mit seinen Partnern bereits "eine Reihe von harten Maßnahmen" gegenüber Russland vorbereitet, sollte es zu einer Eskalation kommen.

Baerbock: Sind auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet

Angesichts des russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine lehnte Baerbock Spekulationen über das weitere Vorgehen Moskaus ab. Deutschland und seine Partner seien jedoch auf "unterschiedliche Szenarien" vorbereitet.

Außenministerin Baerbock besucht im Ukraine-Konflikt erneut Kiew. ZDF-Korrespondent Christian Semm berichtet, ob es bei der Frage nach Waffenlieferungen Annäherungen gab.

07.02.2022 | 01:02 min
Deutschland investiere zum Beispiel in konkrete Projekte in der Ukraine, "damit sich die wirtschaftliche Lage nicht verschlechtert". Zudem leiste es Unterstützung im Bereich Cybersicherheit, um einer "Destabilisierung von innen" vorzubeugen.
Baerbock kündigte auch an, sich am Dienstag an der Front zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Separatisten über die Lage informieren zu wollen.

Scholz in den USA, Macron in Moskau

Neben Baerbock waren noch weitere Politiker zu diplomatischen Gesprächen zum Ukraine-Konflikt unterwegs. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach am Montag in Washington mit US-Präsident Joe Biden.
In Moskau suchte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin nach Wegen aus der Krise. In der Ukraine-Krise müsse der Friedensplan für den Donbass "strikt und komplett" umgesetzt werden, sagte Macron am Dienstag (Ortszeit) nach gut fünfstündigen Gesprächen mit Putin. Dies erfordere auch Schritte von der Ukraine. Der Konflikt müsse geklärt werden, damit die Europäische Union und Russland ihre Beziehungen verbessern könnten.
In den nächsten Tagen soll es eine ganze Reihe weiterer Gespräche auf hoher Ebene geben. Bislang haben die diplomatischen Bemühungen keinen Durchbruch gebracht. Der Ukraine-Konflikt dauert schon seit fast acht Jahren an. Berlin und Paris vermitteln hierbei.

Im Ukraine-Konflikt laufen die diplomatischen Bemühungen für eine Entspannung. Doch noch immer stehen mehr als 100.000 russische Soldaten an der Grenze.

02.02.2022 | 26:00 min
Quelle: dpa

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