: Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union

20.04.2021 | 14:07 Uhr
Armin Laschet hat die Kür zum Kanzlerkandidaten der Union offiziell angenommen. Er dankte CSU-Chef Markus Söder, der sich zuvor der Entscheidung des CDU-Vorstandes gebeugt hatte.
Nach tagelangem Tauziehen ist es entschieden: Armin Laschet geht für die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestags-Wahlkampf. Markus Söder hat zurückgezogen.
Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet geht als Kanzlerkandidat für die Union in den Bundestagswahlkampf. Das sagte Laschet auf einer Pressekonferenz in Berlin. Zuvor hatte CSU-Chef Markus Söder den Weg für Laschet frei gemacht.
Laschet nannte die Debatte um die Kandidatur "intensiv, transparant und offen". Er danke Markus Söder für seine klaren Worte, es gebe keine Beschädigung für die beiden Parteien. "Die Breite der Union zeigt", dass sei schon immer sein Credo gewesen.
Auf der Pressekonferenz spricht Laschet von einer "sehr intensiven, transparenten und offenen Debatte" mit Markus Söder.

Merkel beglückwünscht Laschet

Nun gehe es um die Geschlossenheit von CDU und CSU. "Es beginnt mit dem Ende der Ära Merkel eine neue Zeit", sagte Laschet in Berlin. Deshalb sei Teamarbeit besonders wichtig.
Bundeskanzlerin Angela Merkel beglückwünschte den neuen Kanzlerkandidaten der Union zu seiner Nominierung. Während einer Fraktionssitzung habe sie Laschet sehr freundlich gratuliert, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Nun müsse der Blick nach vorn gerichtet werden, wird Merkel zitiert.
ZDF-Korrespondent Florian Neuhann auf Twitter
Mit der Ernennung von Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union endet der interne Machtkampf. ZDF-Korrespondent Theo Koll berichtet aus Berlin.

"Laschet wird Kanzlerkandidat der Union"

CSU-Chef Markus Söder hatte das klare Vorstandsvotum der CDU für ihren Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union zuvor akzeptiert. "Mein Wort, das ich gegeben habe, gilt", sagte der bayerische Ministerpräsident in München. Er habe Laschet angerufen, zur Kanzlerkandidatur gratuliert und ihm die volle Unterstützung zugesichert. "Wir werden ihn ohne Groll mit voller Kraft unterstützen."
Der Zuspruch, den er selbst für seine Bewerbung als Kanzlerkandidat der Union erfahren habe, habe ihn "gefreut, bewegt und gerührt", sagte Söder in München. In einer Demokratie sei es aber wichtig, dass Parteien am Ende zusammenfänden.
Wir wollen keine Spaltung, sondern eine geschlossene Gemeinschaft.
CSU-Chef Markus Söder 
Markus Söder lässt bei der Kanzlerkandidatur der Union Armin Laschet den Vortritt. ZDF-Korrespondent Alexander Poel beobachtet in der CSU jedoch Skepsis gegenüber Laschet.

CSU-Generalsekretär: Söder war "Kandidat der Herzen"

CSU-Generalsekretär Markus Blume bekräftigte die Einschätzung der Christsozialen, dass Söder wegen der Umfragewerte der bessere Kandidat gewesen wäre. "Markus Söder war erkennbar der Kandidat der Herzen", sagte Blume. Aber in der Demokratie, gerade in der innerparteilichen Demokratie entschieden Mehrheiten. 
Tweet von Markus Söder
In der Nacht zu Dienstag hatte zuvor der CDU-Vorstand in einer digitalen Sondersitzung in geheimer Wahl abgestimmt: 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern plädierten für den eigenen Parteivorsitzenden Laschet als Kanzlerkandidaten. 9 stimmten für Söder, 6 enthielten sich.
Söder hatte die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur nach einem einwöchigen nervenaufreibenden Machtkampf am Montag in die Hand der CDU gelegt. Dies entscheide die CDU jetzt "souverän", hatte er gesagt. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung."
Obwohl Markus Söder an der Basis der Union einen größeren Rückhalt hatte, sprach sich der Bundesvorstand der Union für Armin Laschet aus. Reaktionen von der Basis.

"Söder hatte volle Rückendeckung seiner Partei"

Der Rückzug von der Kanzlerkandidatur werde Söder von seiner Partei nicht als ein Zeichen der Schwäche ausgelegt werden, sagte ZDF-Reporter Alexander Poel in München. Ganz im Gegenteil werde der CSU-Chef sogar gestärkt aus der Sache hervorgehen: "Söder hatte die volle Rückendeckung seiner Partei", so Poel.
Die Union steht nicht nur wegen der internen Folgen des Streits fünf Monate vor der Bundestagswahl maximal unter Druck. Hinzu kommt, dass die Grünen - nach aktuellen Umfragen stärkste Kraft hinter der Union - Parteichefin Annalena Baerbock als ihre Kanzlerkandidatin präsentierten. Dass für die SPD Olaf Scholz antritt, steht seit längerem fest. Einzig die Union, die mit Angela Merkel seit fast 16 Jahren die Kanzlerin stellt, konnte die Personalie wegen des internen Streits zunächst nicht entscheiden.
Quelle: ZDF, dpa

Mehr zum Machtkampf in der Union