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Die wichtigsten Meilensteine im US-Wahljahr

von Caroline Leicht
26.08.2020 | 10:18 Uhr
Der US-Wahlkampf gleicht in vielen Punkten einem Marathon. Nach den Nominierungsparteitagen geht es nun auf die letzten Streckenabschnitte. Ein Fahrplan zur US-Wahl.
Am 3. November wird in den USA gewählt.Quelle: Reuters
Eine Präsidentschaftswahl in den USA beschäftigt das Land bereits Monate im Voraus. Seit Anfang 2019 wird für die Wahl im November 2020 aktiv Wahlkampf betrieben. Nun steht die letzte Strecke des Marathons US-Wahl 2020 an. Was ist von den nächsten Wochen zu erwarten und was ist bisher passiert? Ein Überblick über die Meilensteine bis zur Präsidentschaftswahl.

Februar bis August - Die Vorwahlen zur US-Wahl

Sowohl die Demokraten als auch die Republikaner haben ihre Vorwahlen in allen 50 Bundesstaaten und in einigen Außengebieten abgehalten. Den Auftakt machten die Vorwahlen in Iowa im Februar. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten später einige Vorwahlen verschoben werden. So zog sich der Prozess in diesem Jahr länger als es sonst üblich ist.
Bei den Demokraten gab es ein besonders großes Feld von Kandidaten für die Vorwahlen. Zum Auftakt in Iowa waren noch elf von ihnen im Rennen. Nach einem schwierigen Start konnte der ehemalige Vizepräsident Joe Biden in South Carolina seinen ersten Vorwahlsieg feiern. Das gab seiner Kampagne Aufwind und er setzte sich schließlich als Sieger der Vorwahlen durch.
Bei den Republikanern galt Donald Trump als fast sicherer Kandidat. Zwar gab es ein paar Gegenkandidaten, doch Trump setzte sich mit überzeugender Mehrheit in allen Vorwahlen durch.

US-Wahlkampf im August - Die Parteitage

Ein Vorwahlsieg bedeutet noch nicht die Nominierung für die Präsidentschaftswahl. Erst auf den Parteitagen werden die Kandidaten anhand ihrer in den Vorwahlen gesammelten Wahlmännerstimmen offiziell gekürt. Die Demokraten kürten auf ihrem Parteitag Mitte August Joe Biden zu ihrem Kandidaten. Bei den Republikanern wird Donald Trump eine Woche später nominiert. Mit Abschluss der Parteitage fällt der Startschuss für das direkte Duell zwischen Biden und Trump.

September und Oktober - TV-Debatten zur Präsidentschaftswahl

Das direkte Duell zwischen Biden und Trump wird sich auch auf der großen Bühne abspielen. In insgesamt drei TV-Debatten werden die beiden Kandidaten auftreten. Dabei stellen sie sich traditionell Fragen von Journalisten und Wählern. Auch die Vizekandidaten Kamala Harris (Demokraten) und Mike Pence (Republikaner) treten in einer TV-Debatte auf.

Termine der TV-Debatten zur US-Wahl 2020

29. September: Erste TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden in Cleveland, Ohio

7. Oktober: TV-Debatte zwischen Mike Pence und Kamala Harris in Salt Lake City, Utah

15. Oktober: Zweite TV-Debatte zwischen Trump und Biden in Miami, Florida

22. Oktober: Dritte TV-Debatte zwischen Trump und Biden in Nashville, Tennessee

Sechs Wochen vor der US-Wahl 2020 - Erste Stimmabgaben möglich

In vielen Bundesstaaten ist bereits ab sechs Wochen vor der Präsidentschaftswahl die Stimmabgabe möglich. Das sogenannte "early voting" ist nicht mit Briefwahl gleichzusetzen, denn beim "early voting" geben Wähler vor Ort in einem Wahllokal ihre Stimme ab, ohne vorher einen Wahlschein per Post zu erhalten. Es ist also wie am Wahltag selbst, nur früher.
Aber auch eine Briefwahl ist in den USA möglich. Anders als beim "early voting" muss in den meisten Bundesstaaten zur Beantragung von Briefwahl ein Grund angegeben werden. Was als Grund gilt, variiert je nach Bundesstaat. Aufgrund der Corona-Pandemie haben einige Bundesstaaten Lockerungen der Briefwahl-Regeln angekündigt.
Anfang November findet die Präsidentschaftswahl in den USA statt. Angesichts der Corona-Pandemie spricht vieles für eine Briefwahl. Doch die ist Präsident Trump ein Dorn im Auge.

Ende Oktober - Der Endspurt im US-Wahlkampf

Je näher der Wahltag rückt, desto intensiver wird der Wahlkampf. Besonders nach den TV-Debatten ringen die Kandidaten darum, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auf den letzten Metern versuchen die Kandidaten oft, den Gegner noch mit einer Überraschung aus der Bahn zu werfen. Manchmal ereignen sich aber auch ohne die Einwirkung des Gegners solche Überraschungen oder Wenden.

2. November - Der Abend vor der US-Wahl

Am Abend vor der Wahl findet meist noch einmal eine große Kundgebung vor möglichst vielen Menschen statt. Wie solch eine Veranstaltung am Abend vor der Wahl in Zeiten der Corona-Pandemie aussehen wird, bleibt abzuwarten.

3. November - Der Tag der US-Wahl

In den USA findet die Präsidentschaftswahl immer am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November eines Wahljahres statt. Dementsprechend fällt der Wahltermin in diesem Jahr auf den 3. November. An diesem Tag wird in allen Bundesstaaten gewählt. Neben Trump und Biden stehen vielerorts auch Kandidaten von kleineren Drittparteien auf dem Wahlzettel. Diese erreichen aber in der Regel nicht genug Stimmen, um ernsthafte Konkurrenz für die beiden großen Parteien darzustellen.
Das Wahlsystem der USA sieht vor, dass Wählerstimmen in Wahlmännerstimmen umgewandelt werden. Jeder Bundesstaat hat dabei eine bestimmte Anzahl von Wahlmännerstimmen zur Verfügung. Ein Kandidat gewinnt die Wahl, wenn er 270 Wahlmännerstimmen erreicht.

Electoral College

In den USA herrscht das Wahlsystem des Electoral College. Dieses wurde in der Verfassung festgelegt. Die Gründungsväter der USA wollten sicherstellen, dass die Wahlen gerecht nach Fläche und Bevölkerungszahl der Bundesstaaten stattfinden könnten. Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner im Electoral College. Um Präsident zu werden, müssen Kandidaten die absolute Mehrheit von 270 Wahlmännerstimmen erreichen.

Das System steht seit Jahren in der Kritik, doch bisher gab es noch keinen ernsthaften Vorstoß, das Gesetz zu ändern. Auch nach der Präsidentschaftswahl 2016 wurde das Thema wieder diskutiert, denn viele waren unzufrieden damit, dass Clinton die Wahl verlor, obwohl sie die meisten Stimmen in der Gesamtbevölkerung erhalten hatte.

"Winner-takes-all"-System

In den USA werden die verfügbaren Wahlmännerstimmen in jedem Bundesstaat nicht prozentual aufgeteilt, sondern der Kandidat mit den meisten Stimmen erhält alle Wahlmännerstimmen. Die anderen Kandidaten gehen leer aus.

Swing States

Swing States sind Bundesstaaten, in denen keine feste Mehrheit für eine der beiden großen Parteien herrscht. Staaten wie Kalifornien wählen traditionell mehrheitlich demokratisch, Texas wählt traditionell mehrheitlich republikanisch. In den Swing States gibt es solche traditionellen Wahlverhalten nicht. Sie sind daher bei jeder Wahl heiß umkämpft, denn hier können sich Wahlen entscheiden.

Wie fiel die Wahl 2016 in den Swing States aus?

Donald Trump konnte 2016 viele der Swing States für sich entscheiden. Er erreichte die Mehrheit in Arizona, Florida, Iowa, Michigan, North Carolina, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin. Hillary Clinton gewann Colorado, Minnesota, Nevada, New Hampshire und Virginia. Allein über die Siege in den Swing States konnte Trump sich 125 Wahlmännerstimmen sichern, während Clinton hier nur 42 erreichen konnte. Das war ausschlaggebend für Trumps Wahlsieg.

Was bedeutet das Wahlsystem für die US-Wahl 2020?

Sowohl für die Vorwahlen als auch für die Präsidentschaftswahl gilt das Wahlmänner-System mit "winner-takes-all"-Regel. Die Kandidaten müssen daher strategischen Wahlkampf betreiben, um in den Staaten zu gewinnen, wo die meisten Wahlmännerstimmen für das Electoral College erreicht werden können. Dazu sind bei der Präsidentschaftswahl besonders die Swing States von großer Bedeutung.

14. Dezember - Die Wahl des US-Präsidenten

Aufgrund des Wahlsystems wird der US-Präsident also nicht direkt von der Bevölkerung gewählt. Ab dem Sieg im November gilt er als "President-elect", also als "gewählter Präsident". Offiziell wird er aber erst im Wahlmännergremium im Dezember anhand der im November verteilten Wahlmännerstimmen gewählt.

20. Januar 2021 - Die Amtseinführung

Der gewählte Präsident wird schließlich am 20. Januar 2021 offiziell ins Amt eingeführt. Sollte Joe Biden gewinnen, würde dieser Tag automatisch auch das Ende von Donald Trumps Amtszeit bedeuten. Wenn sich Donald Trump erneut durchsetzt, wird er an diesem Tag in seine zweite Amtszeit eingeführt.
Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

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