Biden: Stehen vor langem Kampf gegen Corona

26.11.2020 | 06:48 Uhr
In seiner Thanksgiving-Ansprache bereitet der designierte US-Präsident Biden das Volk auf einen langen Kampf gegen Corona vor. Bis zum Sieg über die Pandemie dauere es noch Monate.
Es ist das größte Familienfest des Jahres in den USA: Heute ist Thanksgiving. In Corona-Zeiten läuft vieles jedoch anders. Joe Biden ruft die Amerikaner*innen auf, wegen der Corona-Gefahr auf große Familienfeiern zu verzichten.
Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner im Kampf gegen die Corona-Pandemie zur Einheit aufgerufen. "Ich weiß, dass das Land des Kampfes überdrüssig geworden ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns im Krieg mit dem Virus befinden, nicht miteinander, nicht untereinander", sagte Biden seinem Heimatort Wilmington im Bundesstaat Delaware.

Biden: Auf Familienfeiern verzichten

Biden wandte sich anlässlich des Feiertags Thanksgiving mit mahnenden Worten an die Amerikaner. An Thanksgiving kommen Familien und Freunde üblicherweise zu großen Feiern zusammen. Biden forderte die Amerikaner erneut auf, wegen der Corona-Gefahr darauf zu verzichten.
Angesichts des "dramatischen Anstiegs" der Neuinfektionen forderte Biden eine "Verdoppelung" der Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie. "Wir haben in diesem Kampf noch Monate vor uns", sagte Biden.
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen erklärt, dass das neue Kabinett von Joe Biden einen deutlichen Kontrast zu dem Kabinett von Barack Obama darstellt.

Verweise auf die Geschichte der USA

Zugleich versuchte er, Zuversicht zu verbreiten. "Wenn Sie auf unsere Geschichte zurückblicken, sehen Sie, dass die Seele unserer Nation unter den schwierigsten Umständen geschmiedet wurde."
Biden warnte, dass die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen von derzeit 160.000 pro Tag schon bald auf 200.000 steigen und das Gesundheitswesen mancherorts überlasten könnte. Jeder Amerikaner müsse seinen Beitrag leisten, etwa indem Masken getragen, Abstandsregeln eingehalten und Menschenmengen gemieden werden.

USA: Mehr als 261.000 Corona-Tote

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern sind seit Beginn der Pandemie rund 12,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden und mehr als 261.000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion bekanntgeworden.
Der Demokrat Biden setzte sich bei der Wahl vom 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump durch. Biden soll am 20. Januar als neuer Präsident vereidigt werden.

Indirekte Kritik am Amtsvorgänger

Biden kritisierte Trump in seiner Ansprache indirekt wegen dessen Anzweiflung des Wahlergebnisses. "Unsere Demokratie wurde dieses Jahr auf die Probe gestellt", sagte Biden und unterstrich:
In Amerika haben wir vollwertige und faire und freie Wahlen. Und dann akzeptieren wir die Ergebnisse.
Trump hielt unterdessen an seiner haltlosen Darstellung fest, er habe bei der Präsidentenwahl gewonnen. "Die Wahl wurde von den Demokraten verloren. Sie haben betrogen", sagte Trump bei einem Treffen republikanischer Senatoren im US-Bundesstaat Pennsylvania. "Wir müssen die Wahl drehen."

Trump stellt sich als Opfer dar

Der Präsident stellt sich als Opfer massiven Wahlbetrugs dar, obwohl er zu keiner Zeit Belege dafür vorweisen konnte und seine Anwälte mit mehr als 30 Klagen vor Gerichten gescheitert sind. "Alles, was wir brauchen, ist ein Richter, der uns richtig zuhört", beklagte Trump.
Quelle: dpa

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