Trump: Biden hat durch Wahlbetrug gewonnen

15.11.2020 | 17:11 Uhr
Erstmals hat Präsident Trump in einem Tweet geäußert, dass Joe Biden die US-Wahl gewonnen hat. Dies aber auch nur aus Sicht von "Fake News"-Medien. Trump sprach erneut von Betrug.
Der Präsident begeht eine "Schurkentat", sagt Michael Steele, ehemaliger Vorsitzender der Republikanischen Partei. "Er verhindert den Übergang der Macht."
US-Präsident Donald Trump scheint einem Eingeständnis seiner Wahlniederlage gegen Joe Biden näherzurücken. Am Sonntag kommentierte er den Tweet eines TV-Moderators mit Zweifeln an Bidens Erfolg mit den Worten:
Er hat gewonnen, weil die Wahl manipuliert war.
Donald Trump über Bidens Wahlsieg
Es war zwölf Tage nach der US-Wahl das erste Mal, dass Trump die Worte "er hat gewonnen" benutzte - allerdings gehen seine Klagen gegen das Wahlergebnis weiter.

Rudy Giuliani koordniert die Klagen

Trump verwies kurz darauf auf einen anstehenden Auftritt seines Anwalts Rudy Giuliani, der die Wahlfälschungen aufdecke. Wenige Stunden zuvor hatte er Guiliani das Kommando über die Klagen übertragen.
US-Präsident Trump hat seine Stratregie gnadenlos durchgezogen. Claus Kleber erklärt im Video, wie er das gemacht hat.
Ein Sprecher von Trumps Republikanern in Deutschland, Jeffrey Jowett, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", es sei in mindestens fünf US-Bundesstaaten zu "offensichtlichem Wahlbetrug" gekommen.
Wir haben nie behauptet, dass die gesamte Wahl gefälscht wurde, schon kleine Veränderungen in einigen Bezirken könnten aber deutliche Effekte auf den Ausgang der Wahl haben.
Jeffrey Jowett, Republikaner in Deutschland
Er sei offen für eine Modernisierung des Wahlrechts. Die Demokratie in den USA werde aber nicht wegen der aktuellen Spannungen Schaden nehmen.

Weitere Klagen der Republikaner scheitern

Trump verweigert Bidens Lager Zugang zur Regierungsinfrastruktur. Seine Anwälte reichten Klagen in mehreren Bundesstaaten ein, konnten bisher jedoch keine überzeugenden Belege für Wahlfälschungen präsentieren.
Allein am Freitag scheiterten diverse Klagen in Pennsylvania, Michigan und Arizona.

10.000 Menschen bei Pro-Trump-Demonstration

Trump spielte am Samstag Golf in seinem Club in der Nähe von Washington. Auf dem Weg dorthin winkte er kurz aus dem Auto Anhängern zu, die sich im Zentrum der Hauptstadt zu einer Demonstration zu seiner Unterstützung versammelt hatten.
Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany sprach bei Twitter von einer Million Teilnehmern. Einschätzungen von Beobachtern und Medien reichten dagegen nur bis gut 10.000. Trump selbst verkündete, es seien Hunderttausende gewesen.
Quelle: dpa

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