USA: Kein Wahlbetrug durch Computer

13.11.2020 | 06:50 Uhr
US-Präsident Trump behauptet, bei der Wahl wären Stimmen per Software verändert worden. Die Behauptungen wurden nun von mehreren Behörden zurückgewiesen. Sie sehen keine Belege.
Quelle: Alex Brandon/AP/dpaDonald Trump, Präsident der USA. Archivbild
Mehrere US-Behörden haben von Präsident Donald Trump weiterverbreitete Gerüchte zurückgewiesen, wonach die Präsidentenwahl durch den Einsatz von Computersoftware manipuliert worden sei.
Es gibt keine Belege dafür, dass ein Abstimmungssystem Stimmen gelöscht oder verändert hätte - oder auf irgendwelche Weise kompromittiert worden wäre.
So hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag, die unter anderen von Vertretern der Cybersicherheitsagentur des Heimatschutzministeriums sowie der Vereinigungen der Wahlleiter der Bundesstaaten herausgegeben wurde.

Firma und Wahlbehörden weisen Trumps Behauptungen zurück

Trump hatte zuvor bei Twitter auf Behauptungen verwiesen, wonach Software der Firma Dominion in mehreren Bundesstaaten 435.000 für ihn abgegebene Stimmen seinem letztlich siegreichen Herausforderer Joe Biden zugerechnet habe. Die Firma und Wahlbehörden haben dies bereits zurückgewiesen.
Trumps Behauptung auf Twitter, die bereits widerlegt wurde:
Auslöser für die Gerüchte könnten Probleme bei der Auszählung in einigen Bezirken der Bundesstaaten Michigan und Georgia gewesen sein. In Michigan hatte der Bezirk Antrim County seine inoffiziellen Ergebnisse während der Auszählung kurzfristig korrigiert.

Trump spricht weiter von Wahlbetrug

Eine Funktionärin von Trumps Republikanischer Partei behauptete, das sei auf einen Fehler der verwendeten Software zurückgegangen. Die Behörden stellten aber klar, dass es sich um einen menschlichen Fehler gehandelt habe - der zudem spätestens bei der obligatorischen abschließenden Überprüfung aufgefallen wäre. In Georgia mussten einige Auszählungscomputer wegen Software-Updates pausieren.
Trump weigert sich nach wie vor, den Wahlsieg Bidens anzuerkennen, und spricht von massivem Wahlbetrug. Trumps Anwälte haben bereits Klagen in mehreren Bundesstaaten angestrengt, darin jedoch keine Belege für großangelegte Wahlfälschungen oder Fehler geliefert.

Neuauszählung in Georgia angeordnet

In der Stellungnahme der Regierungsvertreter hieß es am Donnerstag auch: "Die Wahl am 3. November war die sicherste in der amerikanischen Geschichte." Alle Bundesstaaten hätten Papierbelege für jeden Stimmzettel, so dass jeder davon nachträglich überprüft werden könne.
Georgia, wo Biden mit über 14.000 Stimmen vorn lag, hat bereits eine Neuauszählung per Hand angeordnet. Der zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger zeigte sich aber überzeugt, dass das Ergebnis dadurch kaum verändert werden wird.
Quelle: dpa

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