: USA tadeln Chinas Taiwan-Politik

11.06.2022 | 09:23 Uhr
US-Verteidigungsminister Austin hat Chinas Militäraktionen vor Taiwan kritisiert. China hatte zuvor bei einer Abspaltung mit Krieg gedroht. Doch auf eines hat man sich geeinigt.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat beim beim Shangri-La Dialogue in Singapur Chinas Militäraktionen vor Taiwan kritisiert.Quelle: Reuters
Die USA haben die chinesischen Militäraktivitäten rund um Taiwan kritisiert und vor einer Destabilisierung in der Region gewarnt. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hob am Samstag beim Shangri-La-Dialogforum in Singapur die "ständige Zunahme provokanter und destabilisierender militärischer Aktivitäten in der Nähe von Taiwan" hervor, einschließlich fast täglicher chinesischer Militärflüge in der Nähe der Insel.
Unsere Politik hat sich nicht geändert, aber das scheint leider nicht für die Volksrepublik China zu gelten.
Lloyd Austin, US-Verteidigungsminister
Das jährliche Forum ist die wichtigste Sicherheitskonferenz in der Asien-Pazifik-Region. Dort war Austin am Freitag erstmals persönlich mit seinem chinesischen Amtskollegen Wei Fenghe zusammengetroffen.
Karte: Taiwan, China und HongkongQuelle: ZDF

Austin: China bedroht "Sicherheit, Stabilität und den Wohlstand" der Region

China sieht das demokratische Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international zu isolieren. Die 23 Millionen Taiwaner betrachten sich hingegen als unabhängig.
Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, Frieden, Stabilität und den Status quo in der Taiwanstraße aufrechtzuerhalten.
Lloyd Austin, US-Verteidigungsminister
Chinas Verhalten drohe hingegen, "die Sicherheit, die Stabilität und den Wohlstand im Indopazifik zu untergraben". Das Verhältnis zwischen Washington und Peking ist schon lange angespannt. Im Rahmen des Forums betonte Austin, dass Kommunikationskanäle zwischen den beiden Ländern offengehalten werden müssten.

USA hält will trotzdem an Ein-China-Politik festhalten

Austin bekräftigte zugleich, dass die USA an ihrer langjährigen Ein-China-Politik festhalten werden. Mit dieser Doktrin erlaubt die kommunistische Führung in Peking keinem Land, Beziehungen sowohl mit der Volksrepublik als auch mit Taiwan zu unterhalten.
Auch Washington unterhält keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, sondern betrachtet Peking als legitimen Vertreter Chinas. Weltweit gibt es nur noch rund ein Dutzend Länder, die Taiwan diplomatisch anerkennen - darunter kleine Pazifikländer, Staaten in Mittelamerika und der Vatikan.

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China droht bei Abspaltung mit Krieg

China hatte zuvor für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung Taiwans mit Krieg gedroht. Der chinesische Verteidigungsminister Wei Fenghe sagte am Freitag nach Angaben seines Sprechers in einem Gespräch mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Singapur:
Falls es irgendjemand wagt, Taiwan von China zu trennen, wird die chinesische Armee definitiv nicht zögern - koste es, was es wolle - einen Krieg zu beginnen.
Wei Fenghe, Verteidigungsminister Chinas
Wei betonte demnach zudem, dass Peking "jedes Komplott zur 'Unabhängigkeit Taiwans' zerschmettern und die Vereinigung des Mutterlandes entschlossen aufrechterhalten" werde. Taiwan sei "Chinas Taiwan, Taiwan zu benutzen, um China einzudämmen, wird sich niemals durchsetzen".
Quelle: dpa, AFP

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