: "Bomber"-Rekord, Abstieg, Europa

15.05.2021 | 11:42 Uhr
Vorletzter Spieltag in der Fußball-Bundesliga: Während FCB-Stürmer Robert Lewandowski Gerd Müllers Torrekord jagt, geht es für andere um Klassenerhalt und Europa.
Bislang 39 Saisontore in der Liga: Robert Lewandowski jagt den vermeintlich ewigen 40-Tore-Rekord von Gerd Müller.Quelle: aleksandra szmigiel/ reuters
Der Deutsche Meister steht zwar bereits vorzeitig fest, aber noch sind längst nicht alle Entscheidungen in der Fußball-Bundesliga gefallen. Es geht gegen den Abstieg und um die Qualifikation für den Europapokal. Und Bayern Münchens Torjäger Robert Lewandowski hat einen besonderen Rekord vor Augen. Darüber spricht die Liga vor dem 33. Bundesliga-Spieltag:

Lewandowski jagt Müllers Torrekord

Jetzt oder nie. Robert Lewandowski ist bereit für den Rekord. Nach einem verkürzten Training am Vatertag absolvierte der Weltfußballer am Freitag im Quarantäne-Trainingslager des FC Bayern München in Grassau am Chiemsee wieder das komplette Übungsprogramm. Heute (15:30 Uhr) geht es gegen den SC Freiburg.
Der 15. Mai 2021 könnte ein historischer Tag im deutschen Fußball werden. Ein Treffer fehlt dem Bayern-Torjäger noch zum 40-Tore-Rekord von Gerd Müller. Die Bestmarke des "Bombers der Nation" aus der Saison 1971/72 galt als unschlagbar - Lewandowski kann den Rekord heute einstellen oder gar übertreffen.
Während die Bayern mit ihrem Torjäger mitfiebern, hat einer etwas dagegen: Freiburgs Trainer Christian Streich. "Ich würde es jetzt nicht so cool finden, wenn Robert Lewandowski den Rekord von Gerd Müller auslöscht", bekannte Streich. Für den 55-Jährigen war Müller in der Jugend ein "Hero". Streichs Wunschszenario sieht so aus:
Lewandowski soll noch eins machen nächste Woche, dann reicht's. Er hat ja genug Titel. Und dann soll er den Rekord mit Gerd Müller teilen.
Freiburg-Trainer Christian Streich
Gerd Müllers früherer Teamkollege Paul Breitner glaubt: "Wenn er könnte, dann würde Gerd heute auf der Tribüne sitzen und bei jedem Tor von Lewandowski mit der Zunge schnalzen." Der demenzkranke Müller bekommt den Rummel um seine Bestmarke und den möglichen Nachfolger leider nicht mit. Seine Ehefrau ist sich sicher, dass der "Bomber der Nation" Robert Lewandowski die Bestmarke von 40 Toren in einer Bundesliga-Saison gönnen würde: "Er wunderte sich immer, dass ihn nicht längst schon jemand eingeholt hat", sagte Uschi Müller der "Sport Bild".
Sollte Lewandowski gar Müllers Rekord gar brechen, ist sich Frau Müller sicher: "Der Gerd kennt keine Neidgefühle. Er würde nicht jammern, wenn er den Rekord verliert. Ganz im Gegenteil: Er wäre der Erste, der gratulieren würde, der sagen würde: 'Gut gemacht, Junge. Du bist super.'", so Uschi Müller. Eine Bitte an Lewandowski hatte sie aber doch: "Lieber Robert Lewandowski, 40 Tore reichen ja auch."

Abstiegskampf: "Nervenspiel" in Augsburg, K.o. für Köln?

Der 1. FC Köln (bei Hertha BSC) könnte heute vorzeitig als zweiter Absteiger neben Schalke feststehen - auch wenn Trainer-Altmeister Friedhelm Funkel nicht daran glaubt. "Ich bin davon überzeugt, dass wir auch am 34. Spieltag noch die Möglichkeit haben, in der Bundesliga zu bleiben", bemüht "Feuerwehrmann" Funkel den Zweckoptimismus. Immerhin: Die Trainerfrage haben die Rheinländer bereits vor dem Showdown geklärt: Steffen Baumgart übernimmt zur neuen Saison, in welcher Liga auch immer.
Neben Köln stecken auch die Hertha, Augsburg, Werder Bremen und Arminia Bielefeld zwei Spieltage vor Schluss mittendrin im Abstiegskampf. Die Augsburger würden dabei im direkten Duell gegen Werder die Rettung mit einem Sieg perfekt machen. Gewinnt Bremen das von beiden Trainern als "Nervenspiel" bezeichnete Match, dann haben die Norddeutschen bei Punktverlusten der Konkurrenz die Chancen auf das Happy End.
Für den FSV Mainz scheint derweil der Klassenerhalt nur noch Formsache. Mit einem Punkt gegen Dortmund am Sonntag können die Rheinhessen die letzten Zweifel aus eigener Kraft beseitigen, bei Patzern der Konkurrenz wäre die Rettung womöglich bereits am Samstag perfekt.

BVB und Eintracht im Fernduell um die Königsklasse

Wer schafft es in die Champions League? In Sachen Königsklasse könnte der 33. Spieltag schon für Klarheit sorgen. Gewinnt der Tabellendritte VfL Wolfsburg am Sonntag bei RB Leipzig, ist den "Wölfen" die Qualifikation für die Gruppenphase nicht mehr zu nehmen. Der Vierte Borussia Dortmund, frisch gekürter Pokalsieger, wäre bei einem Sieg am Sonntag beim FSV Mainz 05 nur dann ganz sicher durch, wenn der Fünfte Eintracht Frankfurt beim FC Schalke verliert.
Im Kampf um den zweiten Europa-League-Startplatz hat Bayer Leverkusen gegen Union Berlin als Sechster mit fünf Punkten mehr als der Siebte Borussia Mönchengladbach (gegen VfB Stuttgart) die besten Aussichten. Die Borussia wäre derzeit für die neue Conference League qualifiziert, hat aber Union, Freiburg, und auch noch den VfB im Nacken.
Quelle: dpa

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