: Taktik-Finale mit starkem deutschem Anstrich

29.05.2021 | 06:22 Uhr
Tuchel gegen Guardiola, Chelsea gegen Manchester City: Das Champions-League-Finale ist ein Duell der Taktikexperten - mit starkem deutschen Anstrich und mehreren Tausend Fans.
Pep Guardiola (l.) und Thomas TuchelQuelle: imago
Für den Showdown in der Champions League mit Chelsea-Coach Thomas Tuchel beschlich Manchester Citys Startrainer Pep Guardiola eine Vorahnung. Vor dem Endspiel am Samstag (21 Uhr/Liveticker) in Porto sagte der Katalane:
Ich bin ziemlich sicher, dass wir leiden müssen, um das Finale zu gewinnen.
Pep Guardiola

Duell der Taktik-Besessenen

Das englische Champions-League-Finale zwischen Manchester City und dem FC Chelsea ist ein Duell der Taktik-Besessenen. Die Geschichte über ein gemeinsames Taktikgespräch vor Jahren mit Hilfe von Salz- und Pfefferstreuern erzählen beide inzwischen mit einem Grinsen. "Fußball, Fußball, Fußball. Wir haben uns nur über Fußball unterhalten. Das sind gute Erinnerungen", sagte Guardiola. Zu seinem Trainerkontrahenten meinte der spanische Erfolgscoach: "Ich respektiere ihn. Aber wir wissen, dass wir beide gewinnen wollen." Das sieht Tuchel nicht anders:
Wir haben kein anderes Ziel, als den Pokal zu holen. Das ist unser Mindset für Porto.
Thomas Tuchel
Der unbedingte Wille zum Sieg eint beide Coaches wie ihre Liebe zum taktischen Winkelzug. Am Samstag geht es ums Ganze.
Englisches Finale um die Vereinskrone

Vier Nationalspieler im Finale

Es ist ein Finale mit starkem deutschem Anstrich, auch auf dem Platz. Ilkay Gündogan für City - Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Timo Werner für Chelsea. Bundestrainer Joachim Löw wird das Finale mit seinen vier Nationalspielern aus dem Trainingslager des DFB-Teams sehr interessiert verfolgen.
Die Hoffnung des FC Chelsea ruht auf Tuchel, der im vergangenen Jahr mit Paris Saint Germain das Finale gegen Bayern München verlor. "Niemand wird die Geschichte hören wollen, dass ich vergangene Saison schon hier war", so Tuchel. Aber er gehe "schlauer und erfahrener" in sein zweites Königsklassen-Finale. Guardiola konnte die Champions League bereits zweimal mit dem FC Barcelona gewinnen.

Chelsea mit Außenseiterchancen

ManCity gilt nach dem Gewinn der englischen Meisterschaft als Favorit, doch Tuchels defensivstarken Blues werden durchaus Außenseiterchancen eingeräumt. Der Respekt der Gegenseite ist jedenfalls groß. "Im Winter wären wir sicherlich noch klarer Favorit gewesen, aber Chelsea hat unter Tuchel zur europäischen Spitze aufgeschlossen", sagte Gündogan. Mit Borussia Dortmund hat auch Gündogan schon ein Champions-League-Endspiel verloren - 2013, ebenfalls gegen den FC Bayern.
Ganz ehrlich, dieses Finale verfolgt mich noch immer. Ich möchte diese Trophäe so sehr.
Ilkay Gündogan
Das Abschlusstraining vor dem Finale musste Gündogan allerdings abbrechen, nach einem Zusammenprall klagte er über Oberschenkelschmerzen. Ob es sich um eine ernstere Blessur handelt, war zunächst offen.
Noch eine Besonderheit wird dieses Finale bieten: 16.500 Zuschauer, davon 12.000 aus Großbritannien, dürfen ins Stadion, die Inzidenzzahlen in Portugal sind überschaubar.
Die portugiesische Stadt Porto steht im Zeichen des Champions-League-Finales der Männer. Gut 12.000 Fans von Manchester City und Chelsea werden vor Ort sein.
Quelle: dpa, SID

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