Wolfsburg scheitert im Playoff an Athen

02.10.2020 | 08:01 Uhr
Erst schwach gespielt, dann schwer enttäuscht: Anders als im Vorjahr hat der VfL Wolfsburg die Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League gegen AEK Athen verpasst.
Frust pur beim VfL Wolfsburg nach dem Europa-League-Aus bei AEK Athen.Quelle: ap
Riesenenttäuschung beim VfL Wolfsburg: Der Fußball-Bundesligist hat sein drittes und letztes Qualifikationsspiel für die Europa League bei AEK Athen mit 1:2 (1:0) verloren und die erneute Teilnahme an der Gruppenphase damit verpasst.

Gegentor in der Nachspielzeit

Drei Qualifikationsrunden hätte der VfL überstehen müssen. Doch in der Nachspielzeit der dritten Partie in Athen traf der iranische Stürmer Karim Ansarifard zum 2:1 (0:1) für den griechischen Spitzeklub AEK (90.+4).
Es ist unglaublich bitter, wenn man mit der letzten Aktion das 1:2 bekommt. Wir wollten unbedingt in der regulären Spielzeit die Partie gewinnen und sind dann ausgekontert worden.
Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner

Elfmeter-Parade und Führungstor am Ende wertlos

Der parierte Elfmeter von Ersatztorwart Pavao Pervan gegen AEK-Kapitän Petros Mantalos (20.), die Halbzeitführung durch ein Tor von Admir Mehmedi (45.+1), die beiden vorangegangenen Siege gegen FK Kukesi aus Albanien (4:0) sowie Desna Tschernihiw aus der (4:0): All das war für den VfL nichts mehr wert.
"Wir haben uns sehr schwer getan, Torchancen herauszuspielen und konnten uns insgesamt zu wenig durchsetzen", sagte Trainer Oliver Glasner. "Trotzdem sind wir 1:0 in Führung gegangen - mit einem Prachttor ist dann der Ausgleich gefallen."

Quali-Aus nichts Neues für die Bundesliga

Ein Scheitern in diesen Qualifikationsspielen ist für einen Bundesliga-Verein nichts Neues. Hertha BSC verlor auf diesem Level einmal gegen Bröndby IF aus Kopenhagen. Mainz 05 (gegen Gaz Metan Media aus Rumänien) oder der SC Freiburg (gegen NK Domzale aus Slowenien) schieden sogar gegen viel unbekanntere Gegner aus. Doch beim VfL war die Fallhöhe besonders groß.
Die Niedersachsen verspielten erst am letzten Spieltag der vergangenen Bundesliga-Saison den sechsten Tabellenplatz und damit eine direkte Qualifikation für die Europa League. Sich international präsentieren zu können, ist dem Mutterkonzern Volkswagen sehr wichtig.
Erst am Tag des Athen-Spiels hatte der Klub für rund zehn Millionen Euro den deutschen U21-Nationalspieler Ridle Baku von Mainz 05 verpflichtet, auch um die erhoffte Europa-League-Belastung bis Weihnachten besser auffangen zu können.

Keine Millionen-Einnahmen aus der Europa League

Doch die sechs Gruppenspiele vom 22. Oktober bis 10. Dezember fallen beim VfL nun weg. Einnahmen von rund drei Millionen Euro für das Erreichen der Vorrunde genauso. Diese Summe hätte sich durch Punkt- und Siegprämien sogar noch deutlich erhöhen können.
"Sportlich und wirtschaftlich macht es einen Riesenunterschied, ob man nun dabei ist oder nicht", sagte Sportchef Jörg Schmadtke dem "Sportbuzzer" schon vor diesem bitteren Ausscheiden.
Quelle: dpa, SID

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