: Bei Popp und Co. steigt das EM-Fieber

31.05.2022 | 23:01 Uhr
28 DFB-Spielerinnen können sich Hoffnung auf die Frauenfußball-EM in England machen. 23 werden dabei sein, wenn ab 6. Juli der Ball rollt.
Kapitänin Alexandra Popp führt das vorläufige deutsche Aufgebot für die Frauenfußball-Europameisterschaft in England an. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nominierte insgesamt 28 Spielerinnen. Der vorläufige Kader wird aber noch auf 23 reduziert.

Schult Ersatztorhüterin

Im Kader des Rekord-Europameisters für das Turnier vom 6. bis 31. Juli stehen jeweils acht Akteurinnen vom Vizemeister Bayern München sowie vom Meister und Pokalsieger VfL Wolfsburg, darunter Alexandra Popp (113 Länderspiele) und Torfrau Almuth Schult (64). Jüngste im Team ist die 19-jährige Jule Brand von der TSG Hoffenheim.
Schult wird sich hinter Merle Frohms als Nummer zwei im deutschen Tor begnügen müssen.
Merle ist seit drei Jahren die Nummer eins. Von daher ändert sich an diesem Status gar nichts.
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg
Schult gehört nach der Geburt ihrer Zwillinge schon länger wieder der DFB-Auswahl an. Die 31-Jährige wechselt nach der EM in die USA zu den Angel City FC in Los Angeles. Nachfolgerin der 64-fachen Nationalspielerin in Wolfsburg wird Merle Frohms.
Birgit Prinz bei der Heim-WM 2011Quelle: imago

Auch Birgit Prinz gehört zum Team

Birgit Prinz wird den deutschen Fußballerinnen bei der EM mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nicht nur als Sportpsychologin komme der 44-Jährigen wie schon bei der WM 2019 eine besondere Rolle zu, erklärte Voss-Tecklenburg: "Birgit ist für alle im Team extrem wichtig."
Die 214-malige Rekordnationalspielerin, unter anderem zweimalige Weltmeisterin, sei "ein Teil des Trainerteams" und als "wichtige Partnerin und Entwicklerin" auch bei jeder Besprechung dabei. Von dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit und dem Erfahrungsschatz der dreimaligen Weltfußballerin könne jede Spielerin profitieren.

Letzter Erfolg der DFB-Frauen: Olympiasieg 2016

Für die Olympiasiegerinnen von 2016 ist die EM das erste große Turnier seit dem WM-Viertelfinal-Aus 2019. Auch bei der EM 2017 war für den achtmaligen Europameister bereits im Viertelfinale Endstation. 
In der EM-Gruppe B treffen die DFB-Frauen auf Dänemark (8. Juli), Spanien (12. Juli) und Finnland (16. Juli/alle 21 Uhr). ARD und ZDF übertragen live.

Der erweiterte DFB-Kader für die Frauen-EM:

28 Nationalspielerinnen

Tor: Ann-Katrin Berger (FC Chelsea, 3 Länderspiele), Merle Frohms (Eintracht Frankfurt, 26), Almuth Schult (VfL Wolfsburg, 64), Martina Tufekovic (TSG Hoffenheim, 0)

Abwehr: Sara Doorsoun (Eintracht Frankfurt, 36/1), Jana Feldkamp (TSG Hoffenheim, 13/0), Giulia Gwinn (Bayern München, 26/3), Marina Hegering (Bayern München, 19/3), Kathrin Hendrich (VfL Wolfsburg, 45/5), Sophia Kleinherne (Eintracht Frankfurt, 16/0), Maximiliane Rall (Bayern München, 8/0), Felicitas Rauch (VfL Wolfsburg, 20/3)

Mittelfeld/Angriff: Nicole Anyomi (Eintracht Frankfurt, 7/0), Jule Brand (TSG Hoffenheim, 15/4), Klara Bühl (Bayern München, 23/9), Sara Däbritz (Paris St. Germain, 85/17), Linda Dallmann (Bayern München, 44/11), Laura Freigang (Eintracht Frankfurt, 13/9), Chantal Hagel (TSG Hoffenheim, 3/0), Svenja Huth (VfL Wolfsburg, 65/13), Lena Lattwein (VfL Wolfsburg, 16/0), Sydney Lohmann (Bayern München, 11/1), Lina Magull (Bayern München, 59/18), Sjoeke Nüsken (Eintracht Frankfurt, 9/2), Lena Oberdorf (VfL Wolfsburg, 26/3), Alexandra Popp (VfL Wolfsburg, 113/53), Lea Schüller (Bayern München, 38/25), Tabea Waßmuth (VfL Wolfsburg, 15/5)

Marozsan und Leupolz fallen aus

Eine erste Vorbereitung findet vom 5. bis 9. Juni auf dem neuen DFB-Campus in Frankfurt/Main statt. Vor dem abschließenden Trainingsquartier vom 21. bis 29. Juni in Herzogenaurach wird das endgültige EM-Aufgebot benannt.Die Generalprobe steht am 24. Juni gegen die Schweiz an. Das EM-Quartier im Westen Londons wird am 3. Juli bezogen.
Einzige Auslandsprofis im Kader sind Mittelfeldakteurin Sara Däbritz von Paris Saint-Germain und Torfrau Ann-Katrin Berger vom FC Chelsea. Dzsenifer Marozsan von Olympique Lyon nach einem Kreuzbandriss und die schwangere Melanie Leupolz vom FC Chelsea fehlen bei der EM.

60.000 Euro für EM-Titel

Die DFB-Frauen dürfen sich im Falle eines EM-Triumphes auf eine Rekordprämie freuen. Sollte das Team zum neunten Mal den Titel gewinnen, erhält jede Spielerin aus dem 23-köpfigen Aufgebot 60.000 Euro. Bei der EM 2017 hätte der Verband pro Spielerin 37.500 Euro ausgeschüttet. Fürs Erreichen des Endspiels gibt es jeweils 30.000 Euro, für den Einzug ins Halbfinale 20.000 Euro und beim Überstehen der Gruppenphase 10.000 Euro.
Quelle: dpa, sid

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