: Voss-Tecklenburg benennt 23-köpfigen Kader

18.06.2022 | 14:18 Uhr
Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat nun den 23-köpfigen EM-Kader bekanntgegeben. Chantal Hagel soll als Ersatzspielerin noch am nächsten Trainingslager teilnehmen.
Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hat ihren Kader für die EM benannt.Quelle: Dpa
Maximiliane Rall (Bayern München), Sjoeke Nüsken (Eintracht Frankfurt), Jana Feldkamp und Torhüterin Martina Tufekovic haben es nicht in den finalen Kader der deutschen Frauen-Nationalmannschaft für die EM in England (6. bis 31. Juli) geschafft. Chantal Hagel (TSG Hoffenheim) nimmt nach der Benennung des Aufgebots von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vorsorglich noch als 24. Spielerin am zweiten Trainingslager in Herzogenaurach ab Dienstag teil.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Interview mit Tibor Meingast über die Stärke ihres EM-Kaders, ihre Erwartungen für das Turnier im Juli in England.

01.06.2022 | 03:09 min

Nuancen entscheiden über EM-Teilnahme

"Wir haben in den vergangenen Wochen viele Eindrücke gesammelt und uns intensiv im Trainer*innenteam ausgetauscht", erklärte Voss-Tecklenburg zum Abschluss des ersten Lehrgangs mit dem erweiterten 28er-Aufgebot am Samstag.
Am Ende haben nur Nuancen entschieden, denn die Leistungsdichte in unserem Kader ist sehr hoch.
Bundestrainerin Voss-Tecklenburg
Kapitänin Alexandra Popp (VfL Wolfsburg/113 Länderspiele), die sich seit Mittwoch in Corona-Isolation befindet, ist die erfahrenste Spielerin im Kader vor Sara Däbritz (Paris Saint-Germain/85). Double-Gewinner Wolfsburg mit acht sowie der FC Bayern mit sieben Spielerinnen stellen die jeweils stärksten Blöcke im EM-Aufgebot.

Letztes Testspiel gegen die Schweiz im ZDF

Den letzten Härtetest vor der EM bestreitet der Rekordeuropameister am Freitag (17 Uhr/ZDF) in Erfurt gegen die Schweiz. Der Abflug nach London steht am 3. Juli an. Bei der Endrunde trifft das DFB-Team in Gruppe B auf den EM-Zweiten Dänemark (8. Juli), Spanien (12. Juli) und Finnland (16. Juli).

Tor

  • Ann-Katrin Berger (FC Chelsea, 3 Länderspiele/0 Tore),
  • Merle Frohms (Eintracht Frankfurt, 26/0),
  • Almuth Schult (VfL Wolfsburg, 64/0)

Abwehr

  • Sara Doorsoun (Eintracht Frankfurt, 36/1),
  • Giulia Gwinn (Bayern München, 26/3),
  • Marina Hegering (Bayern München, 19/3),
  • Kathrin Hendrich (VfL Wolfsburg, 45/5),
  • Sophia Kleinherne (Eintracht Frankfurt, 16/0),
  • Felicitas Rauch (VfL Wolfsburg, 20/3)

Mittelfeld/Angriff

  • Nicole Anyomi (Eintracht Frankfurt, 7/0),
  • Jule Brand (TSG Hoffenheim, 15/4),
  • Klara Bühl (Bayern München, 23/9),
  • Sara Däbritz (Paris St. Germain, 85/17),
  • Linda Dallmann (Bayern München, 44/11),
  • Laura Freigang (Eintracht Frankfurt, 13/9),
  • Svenja Huth (VfL Wolfsburg, 65/13),
  • Lena Lattwein (VfL Wolfsburg, 16/0),
  • Sydney Lohmann (Bayern München, 11/1),
  • Lina Magull (Bayern München, 59/18),
  • Lena Oberdorf (VfL Wolfsburg, 26/3),
  • Alexandra Popp (VfL Wolfsburg, 113/53),
  • Lea Schüller (Bayern München, 38/25),
  • Tabea Waßmuth (VfL Wolfsburg, 15/5)

Wann beginnt die Fußball-EM der Frauen?

Das ursprünglich für 2021 geplante Turnier in England wurde um ein Jahr verschoben. Das Eröffnungsspiel steigt am 6. Juli 2022 im Old Trafford in Manchester, das Finale findet am 31. Juli im Wembley-Stadion in London statt.

Welche Teams sind qualifiziert?

  • Gruppe A: England, Österreich, Norwegen, Nordirland
  • Gruppe B: Deutschland, Dänemark, Spanien, Finnland
  • Gruppe C: Niederlande, Schweden, Schweiz, Portugal (für die ausgeschlossene russische Elf)
  • Gruppe D: Frankreich, Italien, Belgien, Island

Wie ist der Spielmodus?

Die Frauen-EM 2022 wird im gewohnten Turniermodus ausgetragen. Die 16 teilnehmenden Mannschaften spielen die Vorrunde in vier Vierergruppen. Die Erst- und Zweitplatzierten jeder Gruppe kommen weiter ins Viertelfinale. Ab diesem Zeitpunkt wird im K.o.-Modus gespielt. Ein Spiel um Platz drei gibt es nicht. 

Wo wird gespielt?

  • Brighton & Hove: Brighton & Hove Community Stadium, 30.000 Zuschauer
  • London: Brentford Community Stadium, 17.000 Zuschauer
  • London: Wembley Stadium, 89.000 Zuschauer
  • Manchester: Manchester City Academy Stadium, 4700 Zuschauer
  • Manchester: Old Trafford, 74.000 Zuschauer
  • Milton Keynes: Stadium MK, 30.000 Zuschauer
  • Rotherham: New York Stadium, 12.000 Zuschauer
  • Sheffield: Bramall Lane, 30.000 Zuschauer
  • Southampton: St. Mar's Stadium, 32.000 Zuschauer
  • Wigan & Leigh: Leigh Sports Village, 8000 Zuschauer

Wer überträgt die EM im TV und im Livestream?

Die ARD und das ZDF werden alle 31 EM-Spiele im TV und als Stream in den Mediatheken übertragen. Dazu gehören alle Partien mit deutscher Beteiligung, das Eröffnungsspiel (ARD) und das Finale (ARD).

ARD und ZDF haben sich auf diese Verteilung geeinigt:

  • ZDF: Deutschland - Dänemark (8. Juli, 21 Uhr)
  • ARD: Deutschland - Spanien (12. Juli, 21 Uhr)
  • ZDF: Finnland - Deutschland (16. Juli, 21 Uhr)
  • Bei einem Weiterkommen der deutschen Mannschaft überträgt die ARD das deutsche Viertfinale und das ZDF ein mögliches Halbfinale.

Die Partien im ZDF werden sowohl im TV als auch in der ZDFmediathek (in Deutschland) per App auf Tablet, Smartphone oder Smart-TV sowie über HbbTV zu sehen sein.

Welche Nation ist amtierender EM-Titelträger?

Die Niederlande gewannen das EM-Finale 2017 im eigenen Land. Im Finale bezwangen sie Dänemark 4:2 (2:2). Die damaligen Titelverteidigerinnen aus Deutschland schieden gegen die Däninnen im Viertelfinale 1:2 (1:0) aus.

Wer ist EM-Rekordsieger?

Deutschland gewann insgesamt achtmal den EM-Titel und ist damit unangefochtener Rekordsieger.

Das Abschneiden des DFB-Teams seit 1989 im Überblick:

  • EM 1989 in BR Deutschland: Europameister (Finale gegen Norwegen)
  • EM 1991 in Dänemark: Europameister (Finale gegen Norwegen)
  • EM 1993 in Italien: 4. Platz (im Spiel um Platz 3 gegen Dänemark)
  • EM 1995 ohne Gastgeberland: Europameister (Finale gegen Schweden)
  • EM 1997 in Norwegen/Schweden: Europameister (Finale gegen Italien)
  • EM 2001 in Deutschland: Europameister (Finale gegen Schweden)
  • EM 2005 in England: Europameister (Finale gegen Norwegen)
  • EM 2009 in Finnland: Europameister (Finale gegen England)
  • EM 2013 in Schweden: Europameister (Finale gegen Norwegen)
  • EM 2017 in den Niederlanden: Viertelfinal-Aus gegen Dänemark
  • EM 2022 in England: qualifiziert

Wie hoch ist das Preisgeld?

Die UEFA schüttet insgesamt 16 Millionen Euro Preisgeld bei der EM aus - doppelt so viel wie 2017. Die teilnehmenden Verbände erhalten erstmals eine Startprämie von 600.000 Euro. Zudem gibt es erstmals in der Gruppenphase Prämien für einen Sieg (100.000 Euro) und für ein Unentschieden (50.000 Euro).

Das Erreichen des Viertelfinales wird mit zusätzlich 205.000 Euro belohnt, das Erreichen des Halbfinales mit 320.000 Euro. Der Gewinner des Endspiels erhält zusätzlich 660.000. Insgesamt kommen die Titelträgerinnen im besten Falle - bei drei Siegen in der Gruppenphase - auf insgesamt 2,085 Millionen Euro an Preisgeld.

Quelle: SID/dpa

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