: Equal Pay: Erfolg für US-Fußballerinnen

22.02.2022 | 19:05 Uhr
Der US-Frauenfußball feiert einen historischen Tag: Nach jahrelangem Kampf erhalten die Fußballerinnen künftig vom Verband US Soccer die gleiche Bezahlung.
Für ihre großen Erfolg wollen Megan Rapinoe (vorne Mitte) und ihre Mitspielerinnen genauso bezahlt werden wie das Männerteam.Quelle: AP
Angeführt von Starspielerin Megan Rapinoe haben die Fußballerinnen der USA im Kampf um Gleichstellung einen historischen Sieg errungen. Nach jahrelangem Rechtsstreit erhalten die Fußballerinnen künftig vom US-Verband die gleiche Bezahlung wie die Männer.
Das ist ein großer Gewinn für alle Frauen.
Megan Rapinoe, US-Nationalspielerin

Spielerinnen bekommen 22 Millionen Dollar

"Ich denke, wir werden einmal auf diesen Tag zurückblicken und sagen, dass dies der Moment ist, in dem sich der US-Fußball zum Besseren verändert hat", sagte Rapinoe in der Fernsehshow "Good Morning America".
Laut Vergleich wird der Verband US Soccer den Spielerinnen 22 Millionen US-Dollar zahlen, zudem werden weitere zwei Millionen US-Dollar in einen Fonds fließen, der den Frauen- und Mädchenfußball unterstützt sowie die Spielerinnen nach ihrer Karriere fördert.

Mit einer Konfettiparade sind die US-Fußball-Weltmeisterinnen in New York von den Fans empfangen worden. Das streitbare Nationalteam forderte dabei einmal mehr neben gesellschaftlicher auch sportliche Gleichberechtigung wie gleiche Bezahlung.

10.07.2019 | 02:47 min

Auch bei Turnieren künftig gleiche Prämien

Neben dem Schließen der Einnahmelücke zwischen Spielerinnen und Spielern werden auch Turnierprämien, zum Beispiel für die WM, angeglichen. Auch das war ein großes Ziel der Frauen.
Die Übereinkunft muss noch unterzeichnet und von einem Gericht abgesegnet werden. Das gilt aber als Formsache. Für den Vergleich stimmten die Spielerinnen zu, auf alle beim Verband noch ausstehenden Ansprüche in der 2019 eingereichten Klage gegen Geschlechterdiskriminierung zu verzichten.

US-Frauen erfolgreicher, aber schlechter bezahlt

Die US-Fußballerinnen sind viel erfolgreicher als die Männer, holten bisher viermal Olympia-Gold und vier WM-Titel. Sie wurden aber deutlich schlechter bezahlt. Im März 2019 reichten sie deshalb eine Sammelklage gegen den Verband wegen Diskriminierung ein.
Sie wollten die Prämien erstreiten, die sie bekommen hätten, wenn sie nach dem Tarif der Männer entlohnt worden wären. Die US-Fußballerinnen verlangten eine Rückvergütung von 67 Millionen US-Dollar.
Ich sehe dies nicht nur als Sieg für unser Team oder den Frauensport, sondern für Frauen im Allgemeinen.
Alex Morgan, US-Nationalspielerin

Unterschiedliche FIFA-Prämien für Männer und Frauen

Der Verband rechtfertigte sein Vorgehen damals unter anderem mit den unterschiedlich hohen Prämien, die durch den Weltverband FIFA gezahlt werden.
Ein Angebot, dass der Verband bei von ihm selbst verantworteten Partien die Frauen wie die Männer bezahlt, lehnten die Spielerinnen ab. Sie wollten auch bei Weltmeisterschaften und anderen Turnieren die gleiche Vergütung.
Nachdem die Fußballerinnen zunächst vor Gericht gescheitert waren, gingen sie im vergangenen Juli in Berufung. Jetzt kam die Einigung.
Quelle: dpa, SID

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