: DFB-Junioren zum dritten Mal Europameister

06.06.2021 | 22:52 Uhr
Mit einem 1:0 im Endspiel gegen Portugal krönt sich die deutsche U21-Fußball-Nationalelf zum Europameister. Dabei war das Team nur als Außenseiter in das Turnier gestartet.
Die deutsche U21 ist Fußball-Europameister.Quelle: epa
Die deutsche U21-Nationalmannschaft ist Fußball-Europameister. Das Team von Trainer Stefan Kuntz gewann im Endspiel in Ljubljana mit 1:0 (0:0) gegen Portugal und holte den dritten Titel nach 2009 und 2017. Lukas Nmecha vom RSC Anderlecht (49.) erzielte das Siegtor und sicherte sich mit seinem vierten Turniertreffer auch den goldenen Schuh für den besten EM-Torschützen. Für Kuntz war es im dritten Endspiel in Folge der zweite Titel.
Der Titel kommt völlig unerwartet - noch vor einem Jahr war der aktuelle Jahrgang als vergleichsweise schwach eingestuft worden. "Da war ich eher pessimistisch. Aber wie man sieht, ist etwas daraus geworden", sagte Kuntz.
Wenn man ihnen Vertrauen gibt, dann zeigen diese Spieler, dass sie Talent haben und zu sehr Großem fähig sind.
Trainer Stefan Kuntz

Portugal mit besserem Start, Wirtz mit Lattenschuss

Der Auftakt des Endspiels war aus deutscher Sicht noch von Nervosität geprägt. Mehr vom Spiel hatte zunächst Portugal, vor allem Torjäger Dany Mota war kaum zu halten. Aus dem Nichts wäre das DFB-Team beinahe trotzdem in Führung gegangen: Ein abgefälschter Schuss von Florian Wirtz, der im Halbfinale gegen die Niederlande (2:1) doppelt getroffen hatte, landete an der Unterkante der Latte und sprang zurück ins Feld (15.).
Der Lattenknaller wirkte wie ein Weckruf. Bis zur Pause bot der deutsche Nachwuchs den technisch überlegenen Portugiesen mit viel Leidenschaft die Stirn und hatte dank früher Balleroberungen sogar die gefährlicheren Abschlüsse. Nmecha, der als einziger deutscher Spieler schon im Endspiel 2019 auf dem Platz gestanden hatte, scheiterte mit einem Lupfer (21.). Eine Führung wäre nach 45 Minuten verdient gewesen, auch wenn Vitinha (45.+1) nach einem Konter leichtfertig vertändelte.

Optimaler Start in die zweite Halbzeit

Nach der Pause dauerte es keine fünf Minuten bis zur Führung. Ridle Baku setzte sich einmal mehr auf rechts durch und bediente Nmecha, der Schlussmann Diogo Costa umkurvte und einschob. Auf der Tribüne jubelten unter den 3.000 Zuschauern auch die DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch und Peter Peters mit, die ebenso wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nach Slowenien gereist waren.
Nicht viele Leute haben an uns geglaubt, aber wir haben an uns geglaubt.
Siegtorschütze Lukas Nmecha
Die mit U19-Europameistern gespickten Portugiesen drängten anschließend auf den Ausgleich. Mit Glück, Geschick und hohem Einsatz verteidigte die deutsche Mannschaft aber den knappen Vorsprung. Der 19 Jahre alte Karim-David Adeyemi (RB Salzburg) hatte bei einem Konter sogar das 2:0 auf dem Fuß (72.). Das Auslassen dieser Chance rächte sich nicht - nach fast fünf Minuten Nachspielzeit durfte der deutsche Nachwuchs jubeln.
Quelle: SID, dpa

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