: DFB-Elf und Kroos protestieren

31.03.2021 | 21:20 Uhr
Die DFB-Elf hat vor dem Anpfiff des Mazedonien-Spiels ihre Botschaft für Menschenrechte wiederholt. Indes prangerte Toni Kroos in seinem Podcast die Zustände in Katar an.
7000 Menschen sollen bei den Bauarbeiten zur Fußball-WM 2022 in Katar gestorben sein. Nicht nur dies prangert Toni Kroos in seinem Podcast an.
Die DFB-Elf hat vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels gegen Nordmazedonien in Duisburg ihre Botschaft für Menschenrechte wiederholt. Die Spieler versammelten sich hinter einem Transparent mit der schwarz-rot-goldenen Aufschrift "Wir für 30" - ein neuerlicher Hinweis auf die 30 Artikel der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. DFB-Präsident Fritz Keller applaudierte auf der Tribüne.

Aktionen in der WM-Qualifikation

Vor dem ersten Quali-Spiel auf dem Weg zur Winter-WM in Katar gegen Island (3:0) hatten die Nationalspieler selbst bemalte T-Shirts mit Großbuchstaben getragen und sich zur Botschaft HUMAN RIGHTS (Menschenrechte) aufgestellt.
Vor dem Duell mit Rumänien (1:0) in Bukarest drehten sie dann ihre Trikots mit den Nummern nach vorne, um auf die Menschenrechtscharta aufmerksam zu machen.
Vor dem Anpfiff der Partie gegen Nordmazedonien: Deutsche Spieler mahnen die Einhaltung der 30 Artikel der Menschenrechtserklärung an.Quelle: Federico Gambarini/dpa

Kroos: "Absolut inakzeptabel"

Toni Kroos hat den kommenden WM-Gastgeber Katar in bisher nicht gehörter Deutlichkeit kritisiert und will auch während der Endrunde seine Stimme für Menschenrechte erheben. "Die Gastarbeiter haben da ein pausenloses Arbeiten bei 50 Grad Hitze, sie leiden unter mangelnder Ernährung, fehlendem Trinkwasser, was bei den Temperaturen ein Wahnsinn ist", sagte der Mittelfeld-Star von Real Madrid im Podcast "Einfach mal luppen" mit seinem Bruder Felix.
Kroos, der bereits vor dem Island-Spiel verletzt abgereist war, nannte die Vergabe ans Emirat im Jahr 2010 "falsch" und sprach auch die Verfolgung Homosexueller an. Einen Boykott der WM befürwortet er wie der DFB nicht: "Was bringt ein Boykott? Ändern sich dann die Arbeitsbedingungen? Ich denke: nein."
Ich finde die Vergabe an Katar nicht gut.
Toni Kroos

Verbesserungen durch die Fußball-WM?

Kroos sei eher der Meinung, dass die WM große Aufmerksamkeit auf die Probleme lenke, was Verbesserungen anschieben könne: "Der Fußball kann und muss darauf extrem aufmerksam machen, immer wieder. Vielleicht auch im Vorfeld oder während so eines Turniers."
Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Ilkay Gündogan liefern Top-Leistungen ab, da könnte es für Toni Kroos eng werden. Der Platz im EM-Kader sei ihm aber sicher, glaubt Boris Büchler.
Quelle: sid / dpa / ZDF

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