: Des Bundestrainers neue Helfer

von Frank Hellmann
31.08.2021 | 08:27 Uhr
Die größten personellen Veränderungen unter Bundestrainer Hansi Flick betreffen den Trainerstab: Danny Röhl, Andreas Kronenberg und Mads Buttgereit stehen für neue Ansätze.
Bundestrainer Hansi Flick mit seinen Assistenten Mads Buttgereit, Danny Röhl, Marcus Sorg und Andreas Kronenberg (v.l.n.r.)Quelle: dpa
Die Zeiten scheinen vorbei, in denen die Helferschar des Bundestrainers vorwiegend im Hintergrund werkelt. Mit dem Dienstantritt von Hansi Flick wird Teamwork auf dieser Ebene bei der deutschen Nationalmannschaft auch im öffentlichen Erscheinungsbild großgeschrieben.
Nach der ersten Vorstellung auf der Baustelle des DFB-Campus in Frankfurt gehörte den Assistenten Danny Röhl, Marcus Sorg, Andreas Kronenberg und Mads Buttgereit beim Startschuss der neuen Ära am Montag im Veranstaltungszentrum Waldaupark in Stuttgart sogar ganz alleine die Bühne, um sich und ihre neuen Ideen vorzustellen. Der erste Eindruck: Hansis Helfer sind jünger, dynamischer und internationaler.

Danny Röhl entscheidend von Rangnick geprägt

Der vielleicht selbstbewussteste Vertreter scheint Danny Röhl, der Flick aus der gemeinsamen Zeit beim FC Bayern so viel Input vermittelt hat, dass nun eine Anstellung beim Verband durchkam. Der "absolute Fachmann" (O-Ton Flick) brauchte nicht viele Worte, um den Spielstil in drei Schlagworte zu fassen: "Tempo, Intensität und Aktivität." Der in Zwickau geborene Röhl hat in Leipzig seinen Bachelor in Sportwissenschaft, in Köln seinen Master in Spielanalyse und Scouting gemacht und bekam mit 21 Jahren bei RB Leipzig als Leiter Spielanalyse Nachwuchs eine Verantwortung übertragen, die ihm viele Türen öffnete.
Die größten personellen Veränderungen unter Bundestrainer Hansi Flick betreffen den Trainerstab: Danny Röhl, Andreas Kronenberg und Mads Buttgereit stehen für neue Ansätze.
"Ich bin entscheidend von Ralf Rangnick geprägt, der mir viele Ideen vermittelt", sagte der 32-Jährige, in dessen Person sich eine Schnittstelle zu jenem schwäbischen Mastermind bildet, den Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff bei der Besetzung des Bundestrainerpostens nie wirklich wollte. So gibt es Teile der Rangnick-Lehre halt in indirekter Form. Flicks rechte Hand hat bereits mit den Spitzenvereinen in Dortmund und Leipzig die Formen der künftigen Zusammenarbeit besprochen.

Mads Buttgereit - der Mann für die Standards

Ein interessante Personalie ist Mads Buttgereit, der bei der EM als Spezialist für Standardsituationen beim Außenseiter Dänemark für Aufsehen sorgte. Dieses unter Joachim Löw fast schon sträflich vernachlässigte Fachgebiet will Flick nachhaltig mit Inhalt füllen, und mit dem Sohn eines deutschen Vaters scheint der richtige gefunden.
Drei WM-Quali-Spiele binnen sechs Tagen stehen für die DFB-Elf an, die als Gruppendritter unbedingt liefern muss.
"Bei Standardsituationen ist im Fußball noch Luft nach oben, wenn man strukturiert arbeitet und die Spieler systematisch einbindet", glaubt der 36-Jährige. Wunderdinge solle bloß niemand erwarten: "Man kann ja nicht zaubern und sagen: 'Mach es so und so.' Das ist eine kontinuierliche Arbeit. Aber die Spieler sind offene Menschen, die nehmen sich das beste raus." Aus dem Golf etwa könne ein System helfen, bei dem die Schwungtechnik aufgezeichnet wird. Wie fliegt der Ball? Wo wird der Ball getroffen? Buttgereit empfiehlt, "absolut offen zu sein, sich inspirieren zu lassen".

Andreas Kronenberg will selbst Neuer noch verbessern

Innovation wird auch vom Schweizer Torwarttrainer Andreas Kronenberg erwartet, der 1993 bis 2005 selbst als Torhüter in Deutschland spielte und seit zehn Jahren für den SC Freiburg arbeitet, wo sich etliche Ballfänger unter ihm deutlich verbessert haben. Ohne großspurig rüberzukommen, glaubt der Baseler, dass er selbst einen Weltklassemann wie Neuer "noch auf ein nächstes Level" führen kann. Dem badischen Bundesligisten dient der 46-Jährige noch bis Ende der Saison, wird jeweils zu den Länderspielmaßnahmen freigestellt.
"Es ist viel, das ist nicht mit links zu machen", so der Nachfolger von Andreas Köpke, der aber ebenfalls vor Tatendrang sprüht. Als einziger aus Löws altem Trainerstab hat der Co-Trainer Marcus Sorg überlebt. Der 55-Jährige gilt als ruhiger Zuarbeiter, der seinem Chef höchste Loyalität garantiert. Es war schließlich Flicks Vorschlag, im Frühjahr 2016 ihn als zweiten Co-Trainer bei der Nationalmannschaft aufzunehmen. Nicht umsonst betont Flick: "Wir schätzen uns menschlich und fachlich. Es gab keine andere Entscheidung, dass wir weiter zusammenarbeiten."

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