Gegen Maradonas Arzt wird ermittelt

29.11.2020 | 18:56 Uhr
Gegen Maradonas Arzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Anlass sind Aussagen der Töchter Maradonas, der am Mittwoch verstorben war.
Quelle: ImagoDiego Maradona starb am 25. November 2020
Die zuständige Behörde von San Isidro nahe der Hauptstadt Buenos Aires bestätigte am Sonntag Medienberichte über Ermittlungen gegen Leopoldo Luque wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Im Zuge des Verfahrens fanden Durchsuchungen im Privathaus des Arztes und Behandlungsräumen statt.

Töchter mit Behandlung Maradonas nicht einverstanden

Ausschlaggebend für die Ermittlungen sollen Zeugenaussagen von Maradonas Töchtern Dalma, Gianinna und Jana gewesen sein. Angeblich waren sie mit der Art und Weise, wie Maradona zuletzt in seiner Residenz behandelt wurde, nicht einverstanden.
Quelle: APNeurologist Leopoldo Luque steht im Verdacht der fahrlässigen Tötung im Zusammenhang mit dem Tod von Diego Maradona.
"Die Ermittlungen und die Beweissicherung sind noch im Gange, wobei einige Zeugenaussagen auch von direkten Verwandten gemacht werden", erklärte die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in San Isidro. Die Töchter sollen die Behörden in vorangegangenen Aussagen um eine Überprüfung der Medikamente, die ihr Vater in den zurückliegenden Monaten und in Zusammenhang mit einer Gehirn-OP verordnet bekommen hatte, gebeten haben.

Arzt will mit Staatsanwaltschaft kooperieren

Luque bestätigte die Durchsuchungen vor Journalisten. Er kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, die medizinische Unterlagen zu Maradona sowie elektronische Geräte beschlagnahmt habe. Er habe sich nichts vorzuwerfen: "Ich bin stolz auf alles, was ich für Diego gemacht habe." Dieser sei wie ein Vater für ihn gewesen.
Tausende haben in Buenos Aires Abschied von Argentiniens Fußball-Ikone Diego Maradona genommen. An seinen aufgebahrten Sarg drängelten sich Fans, die Polizei musste einschreiten.

Maradona stirbt zwei Wochen nach Gehirn-OP

Der Arzt stritt fachliche Fehler bei der Behandlung seines prominenten Patienten ab. "Ich bin nicht dafür verantwortlich, was passiert ist. Bis zum letzten Moment habe ich immer das Beste für ihn getan", sagte Luque: "Es gab keinen Ärztefehler. Bei einem Patienten mit seinen Symptomen ist ein Herzinfarkt als Todesursache das Normalste der Welt."
Die Staatsanwaltschaft teilte später mit, sie habe begonnen, das gesammelte Material auszuwerten. "Unsere Ermittlungen dauern an, wir sprechen mit Zeugen inklusive Familienmitgliedern", hieß es von offizieller Seite. Es sei aber noch "keinerlei Entscheidung" getroffen worden "hinsichtlich der verfahrensrechtlichen Situation irgendeiner Person".
Der Mediziner hatte Maradona Anfang des Monats in einer Klinik in La Plata wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert. Acht Tage nach dem Eingriff konnte der Weltmeister von 1986 wieder entlassen werden. Zwei Wochen später war Maradona am vergangenen Mittwoch offiziellen Angaben zufolge an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.
Quelle: AFP, sid, dpa

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