: Impfen: Wir zuerst - zu kurz gedacht

28.02.2021 | 14:52 Uhr
Selbst wenn in Deutschland bis zum Herbst alle ein Impfangebot bekommen werden: Wenn die reichen Länder nur auf sich schauen, werden sie die Pandemie nicht in den Griff kriegen.
Dass die Industriestaaten beim Impfen vor allem auf sich selbst achten, hilft uns nicht aus der Pandemie heraus. Sogenannter Impfnationalismus bringt uns gegen das Coronavirus nicht weiter, erklärt die designierte Chefin der Welthandelsorganisation (WTO):
Selbst, wenn alle geimpft sind, wird es Länder geben, die nicht so weit sind. Und dann wird es zurückkommen, als Mutation.
Ngozi Okonjo-Iweala
Egoismus beim Impfen ist epidemiologisch also zu kurz gedacht und schadet dem reichen Norden auch politisch. Denn Staaten wie Russland, Indien und China können sich so als Retter in der Not profilieren. China verschenkt laut eigenen Angaben sogar Impfstoff an ärmere Länder - und sichert sich so Einfluss in Entwicklungsländern, die sich von den Industrienationen im Stich gelassen fühlen.
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Die designierte WTO-Chefin warnt: Auch wenn die Industrienationen durchgeimpft sind, "wird es Länder geben, die nicht so weit sind." Wenn die reichen Länder nur an sich denken, wird das Virus zurückkommen.