Exklusiv

: Myanmar: Siegen oder sterben

von Jenifer Girke
10.04.2021 | 14:59 Uhr
Die Proteste in Myanmar dauern an, die Gewalt gegen das Volk nimmt zu. Sogar Kinder werden auf offener Straße erschossen, erzählt ein Menschenrechtsaktivist im ZDFheute-Interview.
Nora und Tin Htwe sind auf der Flucht vor dem Militär in ihrem eigenen Land. Das Internet wird ständig lahmgelegt, Menschen immer brutaler umgebracht, die Situation vor Ort eine einzige Eskalation. Doch ihr Wille gegen das Militär zu siegen ist größer als alles andere. Denn sie glauben: Wenn sie nicht gewinnen, dann werden sie sterben. ZDFheute konnte mit beiden im Untergrund sprechen.
Nora ist Künstlerin und setzt ihre Kunst als Protest ein: Mit landesweiten Projektionen will sie zeigen, was in Myanmar passiert. Die 30-Jährige lebt in ständiger Angst, doch eine Pause vom Kampf gibt es nicht: "Du bleibst am Leben, aber es sterben immer wieder Menschen auf der Straße, sodass du anfängst, dich schuldig zu fühlen. Man kann nicht einmal lächeln."
Tin Htwes größte Sorge: das Leben der Kinder. Das Militär würde wahllos um sich schießen, auch auf Kinder. Sie seien schwer traumatisiert und bräuchten dringend Hilfe.
Im Video schildern die beiden ihre Eindrücke und berichten von der aktuellen Situation:
Ein Menschenrechtsaktivist berichtet über die dramatische Lage der Kinder, sie würden auf offener Straße erschossen werden und könnten die Situation kaum ertragen.
Mittlerweile hat das Militär auch den 24-jährigen, myanmarischen Schauspieler Paing Takhon verhaftet, der ebenfalls in Thailand und China sehr bekannt ist und sich an den Protesten beteiligte. In London wurde der Botschafter Myanmars Kyaw Zwar Minn abberufen, nachdem er sich gegen den Putsch ausgesprochen hatte. Währenddessen kündigte die Militärjunta an, den einjährigen Ausnahmezustand zu verlängern "um sechs Monate oder länger", so der Sprecher Zaw Min Tun.