Nida-Rümelin: Müssen alle mitnehmen

28.03.2021 | 11:16 Uhr
Der Philosoph Julian Nida-Rümelin kritisiert im ZDF das Corona-Management von Bund und Ländern. Viele Maßnahmen seien schwer nachzuvollziehen, die Corona-Gipfel hochproblematisch.
Der Münchner Philosoph und Politikwissenschaftler Julian Nida-Rümelin beobachtet wachsendes Unbehagen gegenüber der Corona-Politik von Bund und Ländern. "Die Menschen werden unruhig, unsicher und zunehmend unwillig, weil sie den Eindruck haben, wir wissen nicht genau, nach welchen Kriterien entschieden wird", sagte Nida-Rümelin im ZDF-Interview. Auch bei den Wohlmeinendsten werde das Verständnis geringer.
"Wir haben in den letzten Monaten einen Mangel an Begründung und einen permanenten Wechsel zwischen Kriterien erlebt", so Nida-Rümelin. Das gefährde nicht nur den Kampf gegen die Pandemie, sondern könne auch der Demokratie Schaden zufügen. "Auch wenn eine Minderheit sagt, ich bin nicht mehr dabei, ist das für die Pandemiebewältigung eine Katastrophe." Man müsse versuchen, alle mitzunehmen.
Das Format der Ministerpräsidentenkonferenz kritisierte Nida-Rümelin als "aus demokratischer, demokratietheoretischer Sicht hochproblematisch". Es erinnere an Zusammenkünfte von Kurfürsten im Feudalismus: "Wir müssen dieses Format in meinen Augen rasch beenden." Mehr dazu im Video ...
"Wir müssen versuchen, alle mitzunehmen", sagt der Philosoph Julian Nida-Rümelin im Hinblick auf die Corona-Politik. Auch, damit "die Demokratie keinen Schaden nimmt".