: "Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß"

16.07.2021 | 14:30 Uhr
Von der Flut besonders betroffen: Der Südwesten von Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Laschet spricht von einer Katastrophe von "historischem Ausmaß" - und verspricht Hilfen.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zur Lage in NRW nach der Flut-Katastrophe.Quelle: ap
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die dramatischen Unwetterfolgen als "Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß" bezeichnet.
Mindestens 43 Menschen hätten in Nordrhein-Westfalen (NRW) ihr Leben verloren, sagte Laschet am Freitag nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts in Düsseldorf. Es stehe zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Besonders dramatisch sei die Situation in Erftstadt.
Die Fluten haben vielen Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen.
Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW
Laschet dankte allen Rettungskräften für ihren Einsatz. Der Straßenbau sei mit allen verfügbaren Einsatzkräften vor Ort, um Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz zu unterstützen.
Die Zahl der Toten nach dem Unwetter steigt: Mehr als hundert Tote, dutzende Vermisste. ZDF-Reporter Alexander Roettig berichtet aus Erftstadt über das Ausmaß der Katastrophe.

Laschet: Deutschland muss "solidarisch zusammenstehen"

Die Höhe der Schäden durch das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen ist Laschet zufolge noch nicht abzusehen. Eine Sichtung der Schäden sei erst möglich, wenn die Fluten abgeflossen seien, sagte Laschet. Alle Talsperren bis auf die Steinbachtalsperre in der Nähe von Euskirchen seien derzeit sicher.
Die Gebiete sind in NRW besonders von den Fluten betroffen.Quelle: ZDF
Unter anderem die Infrastruktur des Landes sei schwer getroffen. Betroffenen Bürgern sagt Laschet rasche Hilfe zu. Vor allem die Menschen, die nun auf der Straße stünden, bräuchten Unterstützung.
Um die Folgen der Flut zu bewältigen wird Deutschland solidarisch zusammenstehen müssen.
Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW
Es werde "große finanzielle Anstrengungen brauchen". Konkret soll es laut Laschet zuerst eine Direkthilfe "für alle, die ohne alles auf der Straße stehen", geben. Zusätzlich soll es Hilfen für Härtefälle und Strukturhilfen für die betroffenen Kommunen geben. Auch der Bund habe Unterstützung zugesagt.

Laschet: Kleine Flüsse werden zur Gefahr

Problematisch bei der Katastrophe sei besonders die Situation bei kleinen Flüssen, die zu reißenden Strömen anschwellen. Der Rhein sei Hochwasser gewöhnt. Dort würde seit Jahren der Fokus der Vorsichtsmaßnahmen drauf liegen.
Als eine Ursache der Katastrophe führte Laschet erneut den Klimawandel an. Aufgrund dessen müsse man sich in Zukunft häufiger auf solche Gefahren einstellen. Gleichzeitig betonte Laschet, welche Maßnahmen zum Klimaschutz in NRW bereits getroffen worden wären in den letzen Jahren.

Innenminister Reul appelliert an Gaffer

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, teilte die Sorge, dass "die Menschen das nicht erst nehmen". Er appellierte an diejenigen, die sich in die Katastrophengebiete begeben, um das Ausmaß der Zerstörung zu betrachten:
Bitte bleiben Sie zuhause und stören Sie die Helfer nicht.
Herbert Reul, Innenminister von NRW
"Wir brauchen Platz, Zeit und Raum“, so Reul weiter. Insgesamt seien in NRW von der Katastrophe 25 Städte und Landkreise betroffen. Viele von ihnen sind laut Reul ohne Strom, wenige auch ohne Trinkwasser. Der Handykontakt zu Betroffen sei durch die Stromengpässe enorm gestört. Die Retter kämen vielerorts schlecht an Informationen.
Alle Entwicklungen zur Flut-Katastrophe können Sie in unserem Liveblog nachlesen:
Quelle: ZDF, dpa, AFP

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