: Zahl der Erwerbstätigen steigt langsam

17.08.2021 | 15:01 Uhr
Corona hat den Arbeitsmarkt hart getroffen - und die Zahl der Erwerbstätigen deutlich sinken lassen. Nun geht es wieder bergauf. Wenn auch nicht ganz so wie vor der Krise.
Trotz des Anstiegs von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal lag die Erwerbstätigenzahl deutlich unter dem Vorkrisenniveau.Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Der deutsche Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam vom Corona-Schock. Die Zahl der Erwerbstätigen und das Arbeitsvolumen stiegen zwar im zweiten Quartal 2021, konnten das Vorkrisenniveau aber weiterhin nicht erreichen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Zahlen liegen noch unter Vorkrisenniveau

Erstmals seit der Finanzkrise 2008/2009 kommen wieder mehr Arbeitslose auf eine offene Stelle als zuvor, hat zudem das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur festgestellt.
Laut der amtlichen Statistik waren von April bis Juni rund 44,7 Millionen Menschen an einem Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das war im Vergleich zum Auftaktquartal ein saisonbereinigter Anstieg um 75.000 Personen oder 0,2 Prozent. Zu Jahresbeginn war die Zahl noch gesunken, sie liegt aber weiterhin rund eine halbe Million unter dem Vorkrisenniveau des vierten Quartals 2019. Vor allem die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen ist in der Krise weiter gesunken.
Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - die von allen Arbeitnehmern und Selbstständigen geleistete Arbeitszeit - stieg nach vorläufigen IAB-Berechnungen gegenüber dem zweiten Quartal 2020 um 6,8 Prozent auf 14,1 Milliarden Stunden. Hauptgrund ist der Rückgang der Kurzarbeiterzahl von rund 6 Millionen auf aktuell noch rund 2 Millionen Menschen.
Auch wenn die Beschäftigungslage noch weit weg ist vom Vor-Corona-Niveau - mit immer mehr Lockerungen, belebt sich auch der Arbeitsmarkt. Selbst in den Branchen, die von der Pandemie besonders betroffen waren, zeichnet sich Besserung ab.

Summe der Arbeitsstunden wächst

Im Schnitt entfielen auf jeden einzelnen Erwerbstätigen 316,2 Arbeitsstunden und damit 6,8 Prozent mehr als zum Höhepunkt der Corona-Krise ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Vor der Corona-Krise leisteten die Menschen im zweiten Quartal 2019 durchschnittlich 325,6 Stunden und im dritten Quartal 2019 sogar 354 Stunden.
Auf dem Arbeitsmarkt hat die Pandemie die Situation für die Bewerber verschärft. Laut IAB kamen im vierten Quartal 2020 auf eine offene Helfer-Stelle 6,5 Arbeitslose. Ein Jahr zuvor waren es nur 3,9 Arbeitslose pro Job. Bei den Fachkräften war die Relation mit 1,3 Arbeitslosen pro unbesetzte Stelle nur leicht ungünstiger als vor der Krise (1,0). Umgekehrt berichteten die Betriebe von weniger Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, kürzeren ungeplanten Vakanzzeiten und weniger Kompromissen bei der Entlohnung.
Quelle: dpa

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