Arbeitslosigkeit leicht gesunken

30.09.2020 | 11:55 Uhr
Nach der Corona-Delle im Frühjahr kommen vom Jobmarkt wieder positive Signale. Im September sank die Zahl der Arbeitslosen leicht, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.
Ein Schild der Agentur für Arbeit. SymbolbildQuelle: Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild
Im September sank die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat um 108.000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte. Sie lag demnach bei 2,847 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren allerdings 613.000 mehr Menschen arbeitslos gemeldet - ein Plus von 1,3 Prozentpunkten. Die Quote lag im September bei 6,2 Prozent. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind nach wie vor deutlich sichtbar", sagte BA-Vorstand Daniel Terzenbach in Nürnberg:
Es zeigen sich aber leichte Zeichen der Besserung.
Daniel Terzenbach, BA-Vorstand

Weniger Kurzarbeit

Kurzarbeit sorgte abermals für eine Stabilisierung und ebbte weiter ab. Nach vorläufigen Daten bezogen laut BA im Juli 4,24 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Dies sind deutlich weniger als beim Höchststand vom April mit 5,95 Millionen.
Nach aktuellen Daten meldeten Unternehmen vom 1. bis 24. September für 85.000 Personen Kurzarbeit an. Das seien etwa so viele wie zum Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise 2010, sagte Terzenbach. "Das ist immer noch viel, aber mit Blick auf die letzten Monate ist es eine erhebliche Entspannung."
Kurzarbeit sei ein Instrument zur Überbrückung der Krise, sollte aber nicht ohnehin schon angeschlagene Unternehmen mit überholtem Geschäftsmodell retten. "Diese Brücke ist endlich", betonte der BA-Vorstand.
Kurzarbeitsregelungen konnten schlimmeres verhindern, doch die Corona-Pandemie drückt trotzdem auf den Arbeitsmarkt. ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller mit einer Einschätzung.

Experten rechnen mit mehr Firmenpleiten

Künftig dürfte es dann auch wieder mehr Firmenpleiten geben - vor allem in der Touristik, bei Reisebüros, in der Gastronomie und in der Messe- und Veranstaltungsbranche. "Das kann sich auch in der Arbeitslosigkeit niederschlagen."
Der Chefvolkswirt von Union Investment geht ebenfalls davon aus, dass es nicht alle Unternehmen durch die Krise schaffen, und auch nicht alle Kurzarbeiter ihren Weg zurück in normale Beschäftigung finden. "Entscheidend wird sein, wie die Wirtschaft durch den Winter kommt", sagte Ökonom Jörg Zeuner. Damit blieben Konjunktur- und Arbeitsmarktausblick stark abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen.
KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib rechnet damit, dass der Fachkräftemangel als Hemmnis für den wirtschaftlichen Aufschwung 2021 wieder spürbar in den Fokus rückt:
Für die weitere Erholung ist daher mit entscheidend, dass Kurzarbeitende und Arbeitslose marktgerecht qualifiziert werden.
KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib
Quelle: Reuters, dpa, AFP

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