: Habeck: Schwierige Aufholphase

26.01.2022 | 22:24 Uhr
Corona verhagelt auch die Konjunkturaussichten für 2022. Bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts sprach Minister Habeck von einer "schwierigen Aufholphase".

Wirtschaftsminister Habeck hat den Jahresbericht der Bundesregierung vorgelegt. Für 2022 wird mit einem Wachstum von 3,6 Prozent gerechnet, doch auch die Preise steigen weiter.

26.01.2022 | 01:27 min
Die Bundesregierung hat wegen der Pandemie ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr gesenkt. Wirtschaftsminister Robert Habeck sprach in seinem am Mittwoch vorgestellten Jahreswirtschaftsbericht von einer schwierigen wirtschaftlichen Aufholphase.

Lieferprobleme und steigende Energiepreise

Für 2022 erwartet die Regierung ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,6 Prozent. Die Vorgängerregierung war im Herbst von 4,1 Prozent ausgegangen. Im ersten Quartal werde die Wirtschaftsleistung voraussichtlich noch durch die Pandemie und die Beschränkungen vor allem bei den Dienstleistungen beeinträchtigt, hieß es in dem Bericht.
"Mit zunehmender Impfquote sollte es gelingen, das Pandemie-Geschehen bald nachhaltig einzudämmen und die Krisenhilfen zurückzufahren", sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).
Dann wird sich auch die wirtschaftliche Erholung zusehends beschleunigen.
Robert Habeck, Bundeswirtschaftsminister
Das sagt ZDF-Börsenexperte Klaus Weber zu dem Bericht:
"Robert Habeck markiert mit dem Wandel von der Sozialen zur Sozial-ökologischen Marktwirtschaft zwar die richtigen Schwerpunkte und setzt auch den wirtschaftspolitischen Ton der nächsten Jahre. In seinem ersten Jahreswirtschaftsbericht werden die Themen des Koalitionsvertrages auch durchaus noch einmal ausformuliert. An einigen Stellen aber bleibt der Bericht leider auch unkonkret. Darüber, was uns diese Mammutaufgabe ökonomisch und als Gesellschaft kostet, hätte man gerne etwas mehr erfahren. "

Zuwachs bei Elektroindustrie und Maschinenbau

2021 legte die deutsche Wirtschaft mit voraussichtlich 2,7 Prozent Wachstum zwar wieder zu. Allerdings fiel der Zuwachs geringer aus als lange erhofft. Im Krisenjahr 2020 war die Wirtschaftsleistung um 4,6 Prozent eingebrochen. Zuletzt gab es trotz der fünften Corona-Welle, Lieferproblemen und gestiegenen Energiepreisen wieder Nachrichten, die Optimisten Nahrung gaben.
So stieg das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, im Januar überraschend. Es war die erste Aufhellung seit Mitte vergangenen Jahres. Am Mittwoch gaben die Wirtschaftsforscher dann bekannt, dass auch der Index der Exporterwartungen gestiegen ist, mit 17,4 Punkten sogar auf den höchsten Wert seit September. Besonders deutliche Zuwächse erwarten die Elektroindustrie und Maschinenbauer.

Kaum Entspannung bei Inflation

Bei den Preisen können die Menschen in Deutschland indes nicht auf eine rasche Entspannung hoffen. "Insgesamt wird damit gerechnet, dass der Anstieg des Verbraucherpreisniveaus in diesem Jahr mit jahresdurchschnittlich 3,3 Prozent abermals deutlich ausfällt", heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. Im Schnitt des vergangenen Jahres erhöhten sich die Verbraucherpreise um 3,1 Prozent. Vor allem höhere Energiekosten heizen die Inflation an.
Als wichtigen Preistreiber sieht die Regierung in diesem Jahr weiter Lieferengpässe, etwa bei Halbleitern. Hier sei erst im Jahresverlauf mit einer allmählichen Entspannung zu rechnen, heißt es im Bericht. Bis dahin dürften die Unternehmen die Preise merklich erhöhen. Außerdem wird es laut Regierung bei den Energiepreisen im ersten Halbjahr zu erhöhten Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr kommen, weil diese Preise erst im Jahresverlauf 2021 so stark zunahmen.

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