: China lässt ersten Impfstoff offiziell zu

31.12.2020 | 10:41 Uhr
Der Impfstoff des chinesischen Arzneimittelherstellers Sinopharm erhält eine bedingte Zulassung. Damit ist er der erste offiziell in der Volksrepublik zugelassene Impfstoff.
China hat Details zu seinem Impfstoff bekannt gegeben. ArchivbildQuelle: Ng Han Guan/AP/dpa
Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten.

Sinopharm soll etwa 80 Prozent Schutz bieten

Die Daten hätten gezeigt, dass der Impfstoff die einschlägigen Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Nationalen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde erfülle, hieß es am Donnerstag in einer offiziellen Mitteilung.
Dem Impfstoff von Sinopharm sei eine "bedingte Zulassung" erteilt worden. In Zukunft müssten die Haltbarkeit und die Schutzwirkung der Impfimmunität kontinuierlich beobachtet werden.
Sinopharm hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sein Impfstoff einen mehr als 79-prozentigen Schutz vor Covid-19 (79,34 Prozent) bieten soll. Diese Angabe wurde von den Behörden bestätigt.
Vor knapp einem Jahr informieren die Behörden in Wuhan die WHO über ein neuartiges Virus: Eines, das "nicht allzu ansteckend" sei. Eine Bürgerreporterin widersprach früh – und zeigte das wahre Gesicht der Pandemie. Nun soll sie für vier Jahre in Haft.
In China selbst gibt es neben Sinopharm mit Anhui Zhifei Longcom, CanSino, und Sinovac noch drei weitere Unternehmen, die sich in der Endphase der Impfstoff-Entwicklung befinden.
China hatte das Ziel ausgegeben, bis Ende des Jahres 600 Millionen Dosen auf den Markt bringen zu können. Zuletzt war in Staatsmedien auch davon die Rede, bis Mitte Februar 50 Millionen Chinesen impfen zu wollen.

Impfungen über Notfallzulassung seit Sommer

Obwohl es bislang keine Zulassung für die breite Öffentlichkeit gab, wird in China bereits seit dem Sommer geimpft. Schätzungen zufolge wurden über Notfallzulassungen bereits weit über eine Million Menschen geimpft.
Laut der am Mittwoch veröffentlichten Daten ist das nun zugelassene chinesische Präparat weniger wirksam als die sogenannten mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna, die nach Angaben der Hersteller über eine Wirksamkeit von 95 Prozent verfügen.
Allerdings kann das chinesische Vakzin nach Angaben des Herstellers bei normaler Kühlschrank-Temperatur gelagert werden. Zahlreiche Staaten vor allem in Afrika und Südamerika haben Bestellungen für chinesische Impfstoffe aufgegeben.
Quelle: dpa

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