: Was Sie zu Kinderkrankentagen wissen müssen

18.01.2021 | 16:58 Uhr
Für viele Eltern gibt es schon bald mehr Kinderkrankentage. Wer hat Anspruch? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Von wem bekomme ich das Geld? Wir haben die Antworten.
Schule zu - so kommen Sie an das Kinderkrankengeld.Quelle: dpa
Die Ausweitung des Kinderkrankengeldes in diesem Jahr ist beschlossene Sache. Nach dem Bundestag hat der Bundesrat den Plänen abschließend zugestimmt. Nun kann das Gesetz nach Unterzeichnung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zügig in Kraft treten und soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Durch die Regelung müssen viele Arbeitnehmer nicht ganz so große Einkommensverluste hinnehmen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wer kann die Kinderkrankentage in Anspruch nehmen?

  • Alle berufstätigen Eltern von Kindern unter 12 Jahren. Bei Kindern mit Behinderung entfällt die Altersgrenze.
  • Die Regelung gilt nur für gesetzlich Versicherte mit Krankengeldanspruch.
  • Nur dann, wenn keine andere im Haushalt lebende Person das Kind betreuen kann.
Das Kabinett hatte sich vergangene Woche für den Gesetzesentwurf ausgesprochen.

Wie viele Kinderkrankentage stehen mir zu?

  • Statt der bisherigen zehn Tage verdoppelt sich der Anspruch auf 20 Tage pro Elternteil und Kind.
  • Alleinerziehende haben nun Anspruch auf 40 Tage pro Kind statt der bisherigen 20 Tage.
  • Ab dem dritten Kind jedoch erhöht sich der Anspruch noch einmal um zehn Tage, bei 90 Tagen ist dann aber Schluss - egal, wie viele Kinder man hat.

Bei wem muss ich das Kinderkrankengeld beantragen?

  • Bei meiner Krankenkasse.

Welche Bescheinigung benötige ich?

  • Ist mein Kind tatsächlich krank, stellt die Kinderarztpraxis wie gewohnt die "Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes" für die Eltern aus. Bis 31.3. geht das auch nach telefonischer Absprache.
  • Geht es um einen Betreuungsengpass, genügt eine Bescheinigung der Schule oder Kita, dass die Präsenzpflicht aufgehoben ist.
  • Einzelne Krankenkassen wie etwa die Barmer verzichten auf eine Bescheinigung und stellen einen Antrag online bereit.
Die Verlängerung des Shutdowns stellt viele Eltern vor Betreuungsprobleme.

Bekomme ich genau so viel Geld, wie wenn ich gearbeitet hätte?

  • Nein, Kinderkrankgeld beträgt 90 Prozent des Nettolohns. Aber Vorsicht: Die Höchstgrenze liegt hier bei 112,88 Euro pro Tag.

Muss ich im Homeoffice arbeiten und nebenbei mein Kind betreuen?

  • Nein. Wer die Doppelbelastung Homeoffice und Homeschooling oder Betreuung nicht leisten kann, kann ebenfalls Kinderkrankengeld beantragen.

Gibt es Alternativen zum Kinderkrankengeld?

  • Neben den zusätzlichen Kinderkrankentagen gibt es auch die Möglichkeit, nach §56 des Infektionsschutzgesetzes eine staatliche Elternentschädigung zu bekommen, wenn man wegen pandemiebedingter Einschränkungen an Schulen und Kitas nicht zur Arbeit gehen kann. Der Staat zahlt dann über den Arbeitgeber 67 Prozent Lohnersatz, maximal 2.016 Euro pro Monat. Beide Leistungen gleichzeitig gibt es aber nicht.
  • Privat Versicherte bspw. haben keinen Anspruch auf Krankengeld und können auf diese Variante zurückgreifen.
Quelle: ZDF

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