: Sputnik V wird auch in Italien produziert

09.03.2021 | 10:58 Uhr
Noch ist der russische Corona-Impfstoff Sputnik V in der EU gar nicht zugelassen. Italien setzt dennoch auf seine Wirkung und will im eigenen Land produzieren.
Ampulle mit dem russischen Impfstoff Sputnik V (Archivbild)Quelle: Reuters
In Italien ist noch vor der EU-Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V der Bau der ersten europäischen Produktionsstätte des Vakzins geplant. Der russische Staatsfonds RDIF und der Schweizer Pharmakonzern Adienne würden die Fabrik errichten, teilte die italienisch-russische Handelskammer mit. Die italienischen Aufsichtsbehörden müssten dem Vorhaben noch zustimmen.
Der russische Impfstoff gegen das Coronavirus soll eine Wirksamkeit von bis zu 90 % haben und die Russen impfen sogar in Einkaufszentren und Opern. Außerdem hoffen sie, dass die EMA das Vaccine demnächst auch in der EU zulässt.

Wissenschaftler bescheinigen dem Impfstoff eine Wirksamkeit von fast 92 Prozent. Damit ist die Effektivität vergleichbar mit bereits in der EU zugelassenen Vakzinen wie der vom Mainzer Unternehmen Biontech.

EU-Zulassungsverfahren läuft noch

Nach Angaben der Handelskammer ist geplant, im Juni die Produktion zu starten und bis Jahresende zehn Millionen Impfeinheiten herzustellen. Handelskammer-Chef Vincenzo Trani nannte das Abkommen historisch und Beleg dafür, dass italienische Unternehmen über politischen Differenzen stehen würden.
Das Zulassungsverfahren für Sputnik V bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA läuft noch. Italien ist das vierte EU-Land, das diesen Prozess nicht abwarten will. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien ist Sputnik V bereits zugelassen oder es laufen nationale Zulassungsverfahren.
Quelle: Reuters

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