: Fachkräftemangel in Deutschland steigt

12.08.2021 | 14:02 Uhr
Immer mehr Unternehmen in Deutschland fällt es schwer, geeignetes Personal zu finden. Das geht aus einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervor.
Der Fachkräftemangel in Deutschland nimmt laut Ifo-Umfrage zu.Quelle: dpa
Der Fachkräftemangel in Deutschland trifft mittlerweile auch die seit Beginn der Corona-Krise von Zwangsschließungen getroffenen Branchen. Im Juli klagte mehr als ein Drittel der deutschen Firmen über Fachkräftemangel – insgesamt 34,6 Prozent, wie aus der vierteljährlichen Unternehmensumfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht.

Umfrage: Fachkräftemangel so groß wie seit 2018 nicht mehr

Im April waren es noch 23,6 Prozent gewesen. Der Fachkräftemangel sei somit so ausgeprägt wie seit dem Frühjahr 2018 nicht mehr. Bei dem im Juli ermittelten Wert handelte es sich zudem um den zweithöchsten jemals gemessenen Wert in der vierteljährlichen Ifo-Umfrage.
Den Betrieben fehlen immer mehr Fachkräfte, viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt. Arbeitgeber*innen müssen im Kampf um Lehrlinge kreativ werden.
Mitverantwortlich für die Entwicklung sind laut Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe auch die Corona-Öffnungsschritte.
Da die Konjunktur nach den Corona-Öffnungen angezogen hat, haben Firmen inzwischen Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.
Klaus Wohlrabe, Konjunkturexperte

Welche Branchen sind besonders betroffen?

  • Einzelhandel: Zahl der Firmen mit Fachkräftemangel zwischen April (15,7 Prozent) und Juli (30,6 Prozent) beinahe verdoppelt
  • Großhandel: Anstieg von 16,1 Prozent im April auf 24,7 Prozent im Juli.
  • Industrie: Anstieg von 19,4 Prozent im April auf 27,6 Prozent im Juli.
Für alle drei Branchen war dies ein Rekordwert. Im Dienstleistungsbereich waren die am stärksten betroffene Branchen die Vermittler von Arbeitskräften (75,4 Prozent), Hotels und Pensionen (56 Prozent). Auch in 54,6 Prozent der Speditionen gab es laut Umfrage einen Fachkräftemangel.
Quelle: dpa, AFP

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