Lufthansa verschärft Sparprogramm

21.09.2020 | 15:51 Uhr
Die Lufthansa will wegen der Corona-Krise noch mehr Flugzeuge stilllegen und beim Personal tiefere Einschnitte vornehmen als bisher geplant.
Quelle: epaWeitere 50 Flugzeuge der Flotte werden nicht nur am Boden bleiben, sondern auf Dauer ausgemustert werden.
Die Lufthansa muss in der Corona-Krise noch stärker schrumpfen als bislang geplant. Das sieht das neue Restrukturierungsprogramm der Airline vor. Grund sei die deutlich langsamere Erholung des Luftverkehrs von der Pandemiekrise.

150 Flieger und weitere Stellen fallen weg

So soll die Flotte von Lufthansa und den anderen Airlines des Konzerns bis zu dem erst für Mitte des Jahrzehnts erwarteten Ende der Krise um 150 Maschinen auf dann rund 610 Flugzeuge schrumpfen und damit um 50 mehr als bislang vorgesehen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zudem will die Lufthansa alle Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380 ausmustern.
Auch die Zahl der wegfallenden Vollzeitstellen werde die bislang angekündigten 22.000 übersteigen; eine genaue Zahl der zusätzlich wegfallenden Arbeitsplätze nannte der Konzern allerdings nicht. Durch Krisenpakete mit den Gewerkschaften soll die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen begrenzt werden.
Der von der Corona-Krise schwer getroffenen Lufthansa-Konzern will noch mehr Stellen als bislang geplant streichen. Mehr Informationen dazu von ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.

Passagierluftverkehr kaum erholt

Der Passagierluftverkehr hat sich von der vor einem halben Jahr ausgebrochenen Corona-Pandemie bisher kaum erholt. Nach einer leichten Belebung im Sommer sind die Buchungszahlen bei der Lufthansa seit September wieder gesunken, weil mit steigenden Infektionszahlen in Europa wieder mehr Reisewarnungen und Quarantäneauflagen verhängt wurden.
Immer noch kein Geld zurück
Die Lufthansa und die Tochtergesellschaften Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines mussten mit neun Milliarden Euro Staatshilfen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien vor der Pleite bewahrt werden.

Quartalsbilanz 2020 der Lufthansa

Im zweiten Quartal verbuchte die Lufthansa einen weiteren Milliardenverlust: Unter dem Strich stand ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Konzern in Frankfurt mitteilte. Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) lag mit knapp 1,7 Milliarden Euro noch höher. Bei nur noch vier Prozent der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach der Umsatz um 80 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein. Bereits im ersten Quartal hatte das Unternehmen einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro eingeflogen. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen einem Rekordergebnis seiner Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet, dass der Flugverkehr frühestens im Jahr 2024 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreicht. Der Konzern will deshalb bis zum Jahr 2023 seine Kosten um 15 Prozent senken, die Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinern und 22.000 Vollzeitstellen abbauen. (Quelle: dpa, Reuters)
Quelle: dpa, Reuters, AFP

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