: Deutsche Wirtschaft unerwartet gewachsen

25.11.2022 | 10:16 Uhr
Trotz hoher Inflation steht die deutsche Wirtschaft besser da als zunächst vermutet. Das Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu.
Getragen wurde das Wachstum im Zeitraum Juli bis September vor allem von den privaten Konsumausgaben. Quelle: dpa
Die Wirtschaft hat trotz Gegenwinds im Sommer ihr Tempo erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent zu und damit stärker als zunächst angenommen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
In einer ersten Schätzung war die Wiesbadener Behörde von einem preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent ausgegangen.
Damit wuchs Europas größte Volkswirtschaft trotz anhaltender Corona-Pandemie, Lieferengpässen, steigender Preisen und des Kriegs in der Ukraine wie bereits in den ersten beiden Quartalen des Jahres (plus 0,8 Prozent und plus 0,1 Prozent).

Nach Corona-Lockerungen: Mehr private Konsumausgaben

Getragen wurde das Wachstum im Zeitraum Juli bis September vor allem von den privaten Konsumausgaben. Trotz hoher Inflation und der Energiekrise nutzten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch im dritten Quartal die Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen, um zum Beispiel mehr zu reisen und auszugehen, wie die Wiesbadener Behörde erläuterte.
Unternehmen investierten deutlich mehr in Ausrüstungen wie Maschinen. Die Bauinvestitionen waren hingegen wie schon im zweiten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt rückläufig. Hohe Baupreise und gestiegene Hypothekenzinsen dämpfen das Geschäft.

Olaf Scholz spricht über die derzeitige Gaspreiskrise und über Wirtschaftwachstum. Die Bekämpfung der Krise, sowie auch der Klimakrise, könne nur durch Wachstum bewältigt werden.

15.11.2022 | 10:08 min

Rückgang der Wirtschaftsleistung erwartet

Viele Ökonomen rechnen mit einem frostigen Winterhalbjahr in Europas größter Volkswirtschaft. Sie gehen von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung aus, erwarten aber keinen Konjunkturabsturz wie im Corona-Krisenjahr 2020. Damals war des Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um mehr als vier Prozent geschrumpft.
"Einbrüche wie in der Finanz- oder Coronakrise sind jedoch nur bei einer Gasmangellage wahrscheinlich, und an der dürften wir dank voller Speicher und vor allem erheblicher Sparanstrengungen von Unternehmen und Haushalten vorbeikommen", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib jüngst. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer verwies auch auf das Entlastungspaket der Bundesregierung:
Ich erwarte unverändert eine Rezession, mehr denn je aber keinen wirtschaftlichen Kollaps.
Jörg Krämer, Commerzbank-Chefvolkswirt
ZDFheute Infografik
Mehr
Mehr
Mehr

Hohe Teuerungsraten belasten Verbraucher und Unternehmen

Sorge bereitet insbesondere die hartnäckig hohe Inflation, die im Oktober auf 10,4 Prozent stieg. Hohe Teuerungsraten belasten Unternehmen und schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten. Das kann den Privatkonsum als wichtige Konjunkturstütze dämpfen. Zugleich dürfte die Abschwächung der Weltkonjunktur Volkswirten zufolge den Export unter Druck setzen.

Eine Inflation von mehr als sieben Prozent – im wiedervereinten Deutschland gab es das noch nie. Die hohen Energiepreise treiben immer mehr Menschen zu den Tafeln. Energieberater sind gefragt wie nie.

07.05.2022 | 04:29 min

OECD rechnet 2023 mit geringerem Wachstum der Weltwirtschaft

Nach einer Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD wird das weltweite Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine ausgebremst. Das globale Wachstum dürfte demnach 2023 nur noch bei 2,2 Prozent liegen. Das sei deutlich weniger als vor dem Krieg erwartet.
Höhere Inflation und geringeres Wachstum sind der saftige Preis, den die Weltwirtschaft für Russlands Krieg gegen die Ukraine zahlt.
OECD-Studie
Dank des Wachstums der vergangenen Quartale rechnete die Bundesregierung zuletzt im Gesamtjahr 2022 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent. Für das kommende Jahr wird infolge des erwartet schwachen Winterhalbjahres ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorhergesagt.
Quelle: dpa

Mehr zur Wirtschaft