: Preise steigen schneller aus Löhne

30.08.2021 | 10:49 Uhr
Die Tarifbeschäftigten in Deutschland haben im zweiten Quartal Verdiensterhöhungen unterhalb der allgemeinen Preissteigerung erhalten. Das bedeutet Reallohnverluste.
Trotz Lohnerhöhungen haben viele Tarifbeschäftigte real weniger Geld in der Tasche.Quelle: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild/Archiv
Beschäftigte mit Tarifvertrag haben im zweiten Quartal im Schnitt mehr Geld bekommen - die Entwicklung liegt allerdings hinter der Steigerung bei den Verbraucherpreisen zurück.

Die Tarifverdienste legten um durchschnittlich 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im gleichen Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise um 2,4 Prozent. Bei den Tarifverdiensten sind tarifliche Grundvergütungen und durch Tarifabschlüsse festgelegte Sonderzahlungen berücksichtigt.

Verhaltene Tarifabschlüsse während Corona-Krise

Im Vorquartal hatten die Einkommenssteigerungen von 1,3 Prozent die Inflation noch ausgeglichen. Die vergleichsweise geringen Steigerungen sind auf verhaltene Tarifabschlüsse unter dem Eindruck der Corona-Pandemie zurückzuführen. Weitere Einbußen, beispielsweise durch Kurzarbeit, sind in der Auswertung der Tarifgehälter nicht enthalten. Vor der Pandemie hatten die Beschäftigten meist Lohnsteigerungen oberhalb der Inflation erhalten und so ihre realen Einkünfte gesteigert.
Steigende Baustoffpreise, steigende Energiekosten, steigende Lebensmittelpreise – das alles schlägt sich in der Inflationsrate nieder: Sie steigt seit Jahresbeginn rasant an, aktuell auf 3,8 Prozent. So hoch wie seit 1993 nicht mehr.
Die Jahressteigerungen der Tariflöhne lagen in den Jahren 2016 bis 2020 stets zwischen 2,0 und 3,2 Prozent. In der Industrie sorgte vor allem die 500 Euro schwere Corona-Prämie der Metall- und Elektrobranche im zweiten Quartal 2021 für einen überdurchschnittlichen Zuwachs von 2,8 Prozent. Auch am Bau (plus 2,5 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 2,4 Prozent) stiegen die Tarifgehälter überdurchschnittlich.
Quelle: AFP

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