: Konsumklima in Deutschland wird schlechter

26.08.2021 | 09:38 Uhr
Die neueste Umfrage des Nürnberger GfK-Instituts zeigt, dass die Sorgen der Verbraucher auf die Kauflaune drücken. Auch die Konjunktureuphorie habe abgenommen.
Nachlassende Konjunkturerwartungen, steigende Preise und neue Corona-Sorgen bremsen die Lust auf größere Einkäufe. Quelle: imago

Steigende Inzidenzzahlen, ein langsamer Impffortschritt und anziehende Verbraucherpreise drücken weiter auf das Konsumklima in Deutschland. Die Konsumenten seien "spürbar verunsichert", erklärte der Konsumexperte des Marktforschungsunternehmen GfK, Rolf Bürkl:
Sie befürchten, dass Beschränkungen sogar wieder verschärft werden könnten.
Rolf Bürkl, Konsumforscher
Das GfK-Konsumklima für September fällt weiter ab - auf minus 1,2 Punkte nach revidierten minus 0,4 Punkten im August.

Konsumlaune gedämpft - Konjunkturerwartungen fallen ab

Aufgrund der zuletzt historisch hohen Inflationsrate bei zeitgleichen Niedrigzinsen sei die Konsumlaune gedämpft. "Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft", erklärte Bürkl.
Steigende Baustoffpreise, steigende Energiekosten, steigende Lebensmittelpreise – das alles schlägt sich in der Inflationsrate nieder: Sie steigt seit Jahresbeginn rasant an, aktuell auf 3,8 Prozent. So hoch wie seit 1993 nicht mehr.
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher fiel zum zweiten Mal in Folge ab. Nach Verlusten von 13,8 Punkten erreichte der Zähler im August noch 40,8 Punkte. Damit lag dieser Indikator aber weiterhin deutlich über dem Wert des Vorjahres.

Einkommenserwartung stabil

Die Einkommenserwartung blieb laut GfK auf gutem Niveau. Nach einem leichten Plus von 1,5 Punkten erreichte der Zähler einen Wert von 30,5 Punkten. Im Vorjahresvergleich ergibt sich somit ein Zuwachs von knapp 18 Punkten. Laut GfK stabilisieren eine gute Beschäftigungslage und damit einhergehend eine geringe Angst vor einem Jobverlust den Indikator.
Die Neigung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu größeren Anschaffungen profitierte im August allerdings nicht von den leicht verbesserten Einkommensaussichten. Nach einem Minus von 4,5 Punkten erreichte der Zähler noch 10,3 Punkte.

Verbraucherstudie

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich Interviews mit Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung. Für die aktuelle Erhebung wurden von Anfang bis Mitte August rund 2.000 Menschen befragt. Der Konsum gilt als eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.
Quelle: afp, dpa

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