: Lufthansa: Immer noch Verlust - aber weniger

05.08.2021 | 16:49 Uhr
Mehr Fluggäste, sinkende Kosten: Die Lufthansa kann ihre Verluste deutlich verringern - macht im zweiten Quartal aber immer noch mehr als 750 Millionen Euro Miese.
Auf Staatshilfen angewiesen: LufthansaQuelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Die Lufthansa hat ihren Verlust in der Corona-Krise im zweiten Quartal spürbar verringert. Wie das Unternehmen mitteilte, stand unter dem Strich ein Verlust von 756 Millionen Euro - im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,5 Milliarden Euro gewesen.
Dank starker Buchungseingänge und Kostensenkungen, auch durch Kurzarbeit und Personalabbau, konnte die Lufthansa erstmals seit Ausbruch der Pandemie den Mittelabfluss stoppen und nahm 340 Millionen Euro Barmittel ein. Der Umsatz kletterte um 70 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. "Dass uns dabei bislang über 30.000 Kolleginnen und Kollegen verlassen haben, schmerzt uns alle, ist aber für die nachhaltige Rettung der über 100.000 verbliebenen Arbeitsplätze unausweichlich", erklärte Vorstandschef Carsten Spohr.
Lufthansa-Chef Spohr hat sich bei der Hauptversammlung zuversichtlich gezeigt. Doch viele in der Luftfahrtbranche sehen der Zukunft seit Corona vorsichtiger entgegen.

Staatshilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro

Die Lufthansa nahm weitere Staatshilfen in Anspruch: Sie zog weitere 1,5 Milliarden Euro als stille Beteiligung des Bundes. Der deutsche Staat ist seit der Rettungsaktion im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 20 Prozent Hauptaktionär. Insgesamt musste die Airline mit einem neun Milliarden Euro schweren staatlichen Finanzpaket von Deutschland und den anderen Ländern ihrer Airlines - Österreich, Schweiz und Belgien - vor einer Pleite bewahrt werden.
Lufthansa-Chef Spohr will die Schulden beim Steuerzahler mit Geld aus einer Kapitalerhöhung abbauen, die nach früheren Aussagen noch vor der Bundestagswahl Ende September vollzogen werden könnte. Lufthansa-Aktien werden nach Einschätzung von Analysten bis zur Kapitalerhöhung Ladenhüter bleiben, weil unklar ist, wie stark der Wert der Papiere dabei verwässert wird.

Flugangebot noch unter Vorkrisen-Niveau

Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Carsten Spohr weiterhin damit, dass die Lufthansa ihren bereinigten Verlust vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) im Vergleich zum Vorjahr verringern kann.
Im dritten Quartal soll das Flugangebot auf etwa 50 Prozent des Vorkrisen-Niveaus steigen. Im Gesamtjahr dürfte die angebotene Kapazität nur etwa 40 Prozent des Vor-Corona-Jahres 2019 erreichen.
Korrektur 16:47 Uhr: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es im Vorspann: "Die Lufthansa kann ihre Verluste deutlich verringern - macht im zweiten Quartal aber immer noch mehr als 750 Milliarden Euro Miese." Das ist falsch. Richtig ist "mehr als 750 Millionen Euro Miese".
Quelle: dpa. AFP, Reuters

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