: Polen verhängt Milliardenstrafe gegen Gazprom

07.10.2020 | 15:07 Uhr
Polens Wettbewerbshüter haben eine Milliardenstrafe gegen Gazprom wegen Nord Stream 2 verhängt. Der russische Energiekonzern habe die Pipeline ohne Genehmigung der Behörde gebaut.
Rohre für Nord Stream 2: Der größte Teil der mehr als 1.200 Kilometer langen Erdgaspipeline ist bereits verlegt.Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Die polnische Wettbewerbsbehörde hat ein Milliarden-Bußgeld gegen den russischen Energiekonzern Gazprom wegen der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 verhängt. Gazprom solle 29 Milliarden Zloty - umgerechnet rund 6,45 Milliarden Euro - zahlen, teilte die polnische Behörde für Wettbewerb und Verbraucherschutz (Uokik) mit.

Auch Uniper muss zahlen

Fünf weitere an dem Pipeline-Projekt beteiligte Firmen sollen zudem 52 Millionen Euro zahlen - darunter auch die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall. Eine Fertigstellung der Pipeline verstärke die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen, erklärten die polnischen Wettbewerbshüter. Es drohten Preiserhöhungen.
Gazprom will die Entscheidung anfechten. Auch Uniper wies die Vorwürfe zurück. Finanzierungsvereinbarungen stellten keinen anmeldepflichtigen Zusammenschluss nach polnischem Fusionskontrollrecht dar, hieß es. Uniper prüfe einen Einspruch gegen die Entscheidung.

Fertigstellung von Nord Stream 2 ruht

Nord Stream 2 soll russisches Gas direkt nach Deutschland liefern. Derzeit ruht der Bau der 1.230 Kilometer langen Gasleitung, weil die USA mit Sanktionen gegen die beteiligten Unternehmen gedroht haben. Polen war als traditionelles Transitland für russisches Gas von Anfang an gegen die neue Pipeline.
Der größte Teil der Leitung ist bereits verlegt worden. Im Dezember hatte die schweizerisch-niederländische Verlegefirma Allseas ihre Arbeiten wegen drohender US-Sanktionen ausgesetzt.


Quelle: AFP, Reuters

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