: Fed will an Tiefzinspolitik festhalten

16.09.2020 | 23:18 Uhr
Um die Corona-Krise abzufedern, hält die US-Notenbank bis mindestens 2023 an Niedrigzinsen fest. Allerdings seien auch weitere Konjunkturpakete nötig, um die Wirtschaft zu stützen.
Die US-Notenbank Federal Reserve will ihre Niedrigzinspolitik noch länger beibehalten.Quelle: Patrick Semansky/AP/dpa
Die US-Notenbank Fed will ihren Leitzins voraussichtlich bis Ende 2023 bei nahe Null belassen. Zentralbankchef Jerome Powell erklärte, die Wirtschaft erhole sich zwar schneller von der Corona-Krise, als noch im Juni gedacht. Eine vollständige Erholung sei aber unwahrscheinlich, bis die Pandemie unter Kontrolle sei.

Fed hebt Konjunkturprognose an

Die Fed beließ den Leitzins daher unverändert in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent. Die Zentralbank geht nun davon aus, dieses Zinsniveau beizubehalten, bis die Ziele der Vollbeschäftigung und einer Inflationsrate von bis zu oder gut zwei Prozent erreicht seien.
Die Fed hob ihre Konjunkturprognosen aber deutlich an. Für 2020 erwartet die Notenbank nun ein Schrumpfen der Wirtschaft um 3,7 Prozent, im Juni war noch ein Einbruch von 6,5 Prozent befürchtet worden. Auch die Prognose für die Arbeitslosenquote ist nun optimistischer. Sie soll bis Jahresende auf 7,6 Prozent fallen, nach einer Prognose von 9,3 Prozent im Juni.

Fed sieht Regierung in der Pflicht

Powell erklärte, die aktuelle Krise sei die schwerste Rezession der jüngeren Geschichte und könne nicht rasch überwunden werden. Um eine völlige Erholung zu erreichen, sei nicht nur die Geldpolitik, sondern auch die Fiskalpolitik gefragt. Die bisherigen Konjunkturpakete seien für die Stabilisierung der Wirtschaft zentral gewesen.
Die Verhandlungen um ein weiteres Konjunkturpaket zwischen Parlament und Regierung stecken jedoch seit Wochen in einer Sackgasse. Präsident Donald Trumps Republikaner wollen nur ein begrenztes Konjunkturpaket in Höhe von einigen hundert Milliarden US-Dollar, den Demokraten schwebte zuletzt ein Paket von 1,5 bis 2 Billionen Dollar vor. Kongress und Regierung haben bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen US-Dollar beschlossen, was mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht.
Wegen der Pandemie hat die Fed seit Februar bereits ihren Leitzins gesenkt, Anleihenkäufe vervielfacht und weitreichende Kreditprogramme aufgelegt.
Quelle: dpa

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