: EMA lässt Astrazeneca-Impfstoff weiterhin zu

18.03.2021 | 17:27 Uhr
Die EMA spricht die Empfehlung aus, Astrazeneca weiter zu verimpfen. Der Nutzen überwiege die Risiken, sagt EMA-Chefin Cooke.
Die europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat entschieden, den Impfstoff von Astrazeneca in Europa weiterhin zuzulassen, und sich damit gegen einen generellen Impfstopp ausgesprochen. Das gab die Behörde bei einer Sondersitzung am Donnerstag bekannt. Der Nutzen der Impfung übersteige die Risiken, so die EMA-Chefin Emer Cooke.

Extra-Warnungen für Impfstoff-Nebenwirkungen

Es werde aber eine Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen, hieß es. Noch könnten Verbindungen zwischen den Hirnthrombosen und Impfungen nicht ausgeschlossen werden. Untersuchungen dazu liefen weiter mit Hochdruck.
Die bisherigen Untersuchungen hätten gezeigt, dass das Risiko von Thrombosen bei jüngeren Frauen höher liege. Für Schlussfolgerungen aus diesen Erkenntnissen sei es jedoch noch zu früh.

Deutschland hatte Astrazeneca-Impfungen eingestellt

Nach Berichten über das Auftreten schwerer Blutgerinnsel bei einigen Geimpften hatten Deutschland und mehr als ein Dutzend weitere europäische Staaten die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers vorerst gestoppt. Hierzulande wurden die Impfungen am Montag ausgesetzt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch erklärt, sie prüfe weiterhin die Sicherheit des Vakzins, empfehle aber vorläufig die Fortsetzung der Impfungen. Der Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs überwiege die Risiken, hieß es.

Astrazeneca in Deutschland: Spahn will sich zum weiteren Vorgehen äußern

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich im Laufe des Abends oder morgen zum weiteren Vorgehen in Deutschland äußern.
Quelle: ZDF, AFP