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: Astronaut Maurer ist gelandet

06.05.2022 | 07:48 Uhr
Astronaut Matthias Maurer ist nach fast einem halben Jahr im All wieder auf der Erde gelandet. Verfolgen Sie den Ausstieg aus der Raumkapsel bei ZDFheute live.
Nach rund einem halben Jahr im Weltall ist der deutsche Astronaut Matthias Maurer (52) zurück auf der Erde. Die Raumkapsel mit dem Saarländer und drei US-Amerikanern landete am Freitag von vier Fallschirmen gebremst im Meer vor der US-Küste, wie die Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.
Maurer hatte seit November 2021 auf der Internationalen Raumstation ISS an wissenschaftlichen Experimenten geforscht und war für Arbeiten auch ins Weltall ausgestiegen.
Astronaut Matthias Maurers direkt nach dem Ausstieg aus der Landekapsel.Quelle: dpa

ISS-Astronaut Maurer am Abend zurück in Deutschland

Der Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur Esa war der zwölfte Deutsche im Kosmos. Am späten Freitagabend wird er zurück in Deutschland, im Europäischen Astronautenzentrum in Köln, erwartet.
Sehen Sie hier den Moment, in dem Matthias Maurer an Bord des Bergungsschiffes die Raumkapsel verlässt:
Nach der Landung der Rückkehrer nahmen Schiffe mit Bergungsteams Kurs auf die etwa drei Tonnen schwere "Crew Dragon"-Raumkapsel des privaten US-Unternehmens SpaceX und nahmen die Astronauten an Bord.
Muskulatur und Gleichgewichtsorgan sind nach der mehrmonatigen Mission in der Schwerelosigkeit noch geschwächt. In schwarz-weiße Raumanzüge gekleidet, winkte das rückgekehrte Quartett in die Kameras. Zunächst sollte ein erster kurzer Medizincheck durch einen Flugarzt erfolgen.
Die Fähre "Endurance" (Ausdauer) mit Maurer und den Astronauten Kayla Barron, Raja Chari und Thomas Marshburn hatte am Donnerstag von der ISS abgedockt.

177 Tage im All und mehr als 100 Experimente

Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten jetzt noch drei Russen, drei US-Amerikaner und eine Italienerin. Mauer sei während seiner 177 Tage langen Mission mit dem Namen "Cosmic Kiss" an mehr als 100 Experimenten beteiligt gewesen, davon 34 aus Deutschland, sagte Vorstandschefin Anke Kaysser-Pyzalla vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die Resultate werden dazu beitragen, dass wir irdische Probleme unter anderem in der Biologie, Medizin und Materialwissenschaft noch besser verstehen können.
Anke Kaysser-Pyzalla, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Großes Lob für Maurers ISS-Mission

Volker Schmid, Manager der Maurer-Mission beim DLR, sprach von einem "enormen Arbeitspensum", das Maurer "mit Bravour gemeistert" habe. "Welcome home", schrieb Europas Raumfahrtchef Josef Aschbacher bei Twitter.
Tweet von Josef Aschbacher:
Der Astronaut mit einem Doktortitel in Materialwissenschaft war der vierte Deutsche auf der ISS.

Experimente von Betonmischung bis Biopflaster

Rund 400 Kilometer über der Erde forschte Maurer in den Bereichen Physik, Biologie, Medizin und künstlicher Intelligenz und erprobte neue Technologien. So experimentierte er etwa mit Wasser in der Schwerelosigkeit, neuartigen Betonmischungen für nachhaltiges Bauen auf der Erde und mit aus Hautzellen hergestellten Biopflastern.
Höhepunkt der Mission: Ein sechsstündiger Außeneinsatz an der ISS, den der Saarländer als eines der "herausragendsten Erlebnisse" seines Lebens bezeichnet.
Seine Zeit auf der Raumstation dokumentierte Maurer mit Videos und Bildern und teilte sie in den sozialen Netzwerken.  
Matthias Maurer verabschiedet sich von der ISS

Reiter: "Raumfahrtmissionen unverzichtbar"

Der ehemalige Astronaut und Leiter der Europäischen Weltraumagentur Thomas Reiter hält Raumfahrtmissionen wie die von Matthias Maurer für unverzichtbar: 
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem All sind Mosaiksteine für die Forschung auf der Erde. Sie bringen uns weiter, ob in Medizin, Biologie oder Materialkunde.
Thomas Reiter (ehm. Astronaut, ehm. Leiter der Europäischen Weltraumagentur ESA)
Inzwischen sind vier neue Astronauten auf der ISS, die Maurer und seine Kollegen ersetzen. Das Kommando über die Raumstation übergab US-Astronaut Thomas Marshburn an seinen russischen Kollegen Oleg Artemjew, bevor er mit Maurer den Rückweg zur Erde antrat. Die Station sei bei Artemjew "in guten Händen", sagte Marshburn. 
Das bleibende Erbe der ISS wird sehr wahrscheinlich die internationale Zusammenarbeit und ein Ort des Friedens sein.
Thomas Marshburn (Astronaut)
Mit Materialien von ZDF, dpa und afp

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