: Tote und Schäden durch Überschwemmungen

18.05.2023 | 18:00 Uhr
Nach den schweren Überschwemmungen in Norditalien beginnen nun erste Aufräumarbeiten. Die Region Emilia-Romagna sei "wie von einem Erdbeben" getroffen, sagt der Regionalpräsident.

Nach den schweren Überschwemmungen in Norditalien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 14 Menschen gestiegen. Die Flutschäden werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

19.05.2023 | 00:16 min
Nach den Unwettern und schweren Überschwemmungen, die die Region Emilia-Romagna in Norditalien heimgesucht hatten, beginnen nun die Aufräumarbeiten. Dabei überwiegt die Fassungslosigkeit. Innerhalb von knapp zwei Tagen fiel an manchen Stellen so viel Regen wie normalerweise in einem halben Jahr. Mindestens dreizehn Menschen starben in den Fluten oder durch Erdrutsche.

Schwere Schäden "wie von einem Erdbeben"

Regionalpräsident Stefano Bonaccini beschrieb, die Emilia-Romagna sei "wie von einem Erdbeben" getroffen worden. Die Schäden beliefen sich auf einige Milliarden Euro, sagte er im italienischen Fernsehen. Von der Regierung forderte er schnelle Hilfe. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte ihm diese aus Japan, wo sie am G7-Gipfel teilnimmt, auch zu. 
Die Anteilnahme ist groß in dem Mittelmeerland: Alle anderen Regionen schickten Helfer, Experten und Gerätschaften in die Emilia-Romagna. Medienberichten zufolge haben sich Tausende Freiwillige in den betroffenen Gebieten versammelt, um zu helfen.

Nach den schweren Unwettern und Überschwemmungen in Norditalien wurden weitere Tote geborgen. Die Evakuierungen aus den betroffenen Gebieten werden fortgesetzt.

18.05.2023 | 02:28 min

23 Flüsse waren über die Ufer getreten

Am stärksten von den Überschwemmungen betroffen sind die Provinzen Ravenna, Forlì-Cesena und Rimini - dort insbesondere die Städte Faenza, Cesena und Forlì. 23 Flüsse waren nach Angaben der Behörden am Mittwoch über die Ufer getreten, 41 Gemeinden insgesamt vom Hochwasser betroffen. Die Behörden registrierten zudem 280 Erdrutsche und 400 blockierte Straßen. Es gibt zudem Berichte über Vermisste.
[Zuvor gab es eine Dürre in Italien: Trockenheit veränderte Gardasee.]
Tausende Menschen wurden infolge der Regenfälle evakuiert. Regionalpräsident Stefano Bonaccini sprach von "unglaublichen Zahlen und sehr vielen Evakuierten". Der Zivilschutz berichtete am Mittwoch von etwa 50.000 Menschen ohne Strom und 100.000 Leuten ohne Mobilfunknetz. Auch viele Trinkwasserleitungen wurden in Mitleidenschaft gezogen.
In dem Gebiet gilt weiter die höchste Alarmstufe rot, die Räumungen werden fortgesetzt. Das Auswärtige Amt veröffentlichte am Donnerstag eine Reisewarnung für Italien.
In Norditalien herrschte in den vergangenen Monaten große Trockenheit. Die Regenfälle konnte der Boden nicht aufnehmen:

Heftige Regenfälle haben die ausgedörrten Böden im Nordosten Italiens getroffen. Hunderte Helfer waren im Einsatz, um die Anwohner aus überfluteten Häusern zu retten.

17.05.2023 | 02:34 min
Die Feuerwehr rückte in den vergangenen 48 Stunden zu rund 2.000 Einsätzen aus, bei denen mehr als 900 Einsatzkräfte mit 300 Fahrzeugen vor Ort waren, hieß es. Das italienische Militär und die Küstenwache wurden zur Unterstützung der Rettungsarbeiten hinzugezogen, Einwohner wurden zum Teil per Helikopter aus den von Wassermassen eingeschlossenen Häusern geholt.

Papst will für Betroffene beten

Italienische Spitzenpolitiker sprachen der Bevölkerung in der Region ihre Solidarität aus. Als Zeichen der Anteilnahme ordneten unterdessen auch der italienische Fußballverband sowie der Tennisverband eine Schweigeminute für alle anstehenden Spiele an. Das für Sonntag geplante Formel-1-Rennen in Imola wurde abgesagt.
Und auch Papst Franziskus hat den Betroffenen und deren Angehörigen sein Mitgefühl ausgedrückt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Verstorbenen und ihre Familien, die von der "gewaltigen Katastrophe" betroffen seien, hieß es in einem Telegramm an den Erzbischof der Region. Er erflehe zudem "Trost für die Verletzten und diejenigen, die unter den Folgen des schweren Unglücks leiden".

Überschwemmungen in Balkanländern

Starke Regenfälle haben auch in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien zu Überschwemmungen geführt. In der kroatischen Kleinstadt Sisak, 60 Kilometer südlich von Zagreb, trat der Fluss Save über die Ufer. Mit Hochwasser kämpften in den letzten Tagen auch die kroatischen Ortschaften Karlovac, Petrinja, Hrvatska Kostajnica, Gracac und Obrovac. Opfer gab es keine.
Als schwierig wurde die Lage auch im Nordwesten Bosniens beschrieben. Die Flüsse Una und Glina richteten Überschwemmungen in den Städten Bihac, Velika Kladusa und Bosanska Krupa an. In Novi Sad, der Hauptstadt der nordserbischen Provinz Vojvodina, standen einige Innenstadt-Boulevards unter Wasser. Es kam zu einem Verkehrschaos und mehreren Unfällen.
Nicht nur in Italien, auch Kroatien und Bosnien gibt es Überschwemmungen:

Anhaltende sintflutartige Regenfälle haben in einigen Teilen Europas für Überschwemmungen gesorgt. In Kroatien wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

17.05.2023 | 02:01 min
Quelle: dpa, AFP

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