: Ermittler: Verdächtiger wollte getötet werden

23.02.2024 | 16:06 Uhr
In Wuppertal soll ein 17-Jähriger an einem Gymnasium mehrere Schüler und sich selbst mit einem Messer verletzt haben. Ermittler gaben heute neue Informationen zur Tat.

An einer Wuppertaler Schule sind bei einem Angriff mehrere Schüler verletzt worden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

22.02.2024 | 00:15 min
Nach dem Messerangriff in einem Wuppertaler Gymnasium haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag neue Erkenntnisse veröffentlicht. Demnach wird bei dem 17-jährigen Verdächtigen eine psychische Erkrankung vermutet. Darauf deute ein am Tatort gefundenes Schreiben hin, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Patrick Penders am Freitag vor Journalisten. In dem Schreiben habe sich der Schüler zu der Tat bekannt.

Verletzte außer Lebensgefahr

Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge sei der 17-jährige Tatverdächtige am Donnerstagmorgen mit einem Messer in seiner Schule aufgetaucht und habe unvermittelt begonnen, damit auf Mitschüler einzustechen. Vier Schüler aus der Jahrgangsstufe des Tatverdächtigen wurden verletzt. Einsatzkräfte konnten den Angreifer dann im Schulgebäude festnehmen.
In Lebensgefahr befänden sich die Schüler nicht, hieß es weiter. Sie wurden zunächst in einem Krankenhaus behandelt und konnten noch am Donnerstag die Klinik verlassen. Der Tatverdächtige selbst sei schwerer verletzt worden. Drei Schülerinnen hätten einen Schock erlitten.
Die Polizei war mit vielen Einsatzkräften vor Ort.Quelle: dpa

Verdächtiger ohne Waffeneinsatz festgenommen

Als Tatwaffe nannten die Ermittler ein Klappmesser mit einer Klingenlänge von sechs bis acht Zentimetern. Hinweise auf weitere Tatwaffen ergaben sich nicht. Das Messer konnte in der Schule mit Blutanhaftungen beschlagnahmt werden. Laut Staatsanwaltschaft wurde auch die Wohnung des 17-Jährigen durchsucht und weitere Beweismittel beschlagnahmt.
Laut Ermittlerangaben fanden Einsatzkräfte den 17-Jährigen in einem Pausenraum in dem Schulgebäude zusammen mit einem Lehrer, dem er auch das Schreiben übergeben haben soll. Dort habe der Jugendliche zunächst auf einem Stuhl gesessen, habe dann jedoch die Einsatzkräfte angegriffen und geäußert, erschossen werden zu wollen. Er konnte ohne Waffeneinsatz festgenommen werden.
Ob bei dem tatverdächtigen Schüler tatsächlich eine psychische Erkrankung vorliege, müsse ein Fachpsychiater klären, sagte Penders. Noch am Freitag sollte ein Haftrichter über einen Haftbefehl für den 17-Jährigen entscheiden, der bislang vorläufig festgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes. Der Tatverdächtige sei bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Großeinsatz in Wuppertal

Am Donnerstag war die Polizei zu einem Vorfall am Wuppertaler Gymnasium im Stadtteil Elberfeld gerufen. Das Gebäude wurde komplett geräumt und durchsucht.
X-Post der Polizei in Wuppertal vom 22.02.24
"Die Schülerinnen und Schüler sind in Sicherheit und werden betreut", schrieben die Beamten kurz nach dem Angriff auf der Plattform X. Die Evakuierung sei geordnet abgelaufen. Eine Anlaufstelle für Eltern wurde eingerichtet. Viele Schüler wirkten sichtlich mitgenommen von dem Geschehen. Sie wurden von ihren Eltern abgeholt.
Quelle: AFP, dpa, ZDF

Gewalt unter Jugendlichen