: Spanien warnt Boote nach Orca-Zwischenfall

15.05.2024 | 07:57 Uhr
Das spanische Verkehrsministerium warnt kleine Boote vor Begegnungen mit Orcas. Zuvor hatte eine Gruppe Orca-Wale Medien zufolge eine Jacht in Marokko versenkt.
Bei einer Segelregatta 2023 stößt ein Orca gegen das Boot eines Teams.Quelle: dpa
Die spanischen Behörden haben kleine Schiffe vor Begegnungen mit Orcas gewarnt. Die Ministerien für Verkehr und Umwelt gaben am Dienstag eine Warnung heraus, wonach sich Segelboote und kleine Motorboote zwischen Mai und August in der Gegend zwischen der Straße von Gibraltar und dem Golf von Cadiz vor Schwertwalen in Acht nehmen sollten.

Segler mussten Notruf absetzen

Orcas hatten zuvor spanischen Medienberichten zufolge eine Segeljacht in der Nähe von Gibraltar versenkt. Die zwei Besatzungsmitglieder der 15 Meter langen "Alborán Cognac" hätten am Sonntagmorgen etwa 26 Kilometer vor Kap Spartel am südlichen Eingang zur Straße von Gibraltar zunächst dumpfe Schläge gegen den Rumpf wahrgenommen, berichteten die spanische Zeitung "El País", das Portal 20Minutos und andere Medien am Montag unter Berufung auf den spanischen Seenotrettungsdienst. Dabei sei das Ruderblatt beschädigt worden.
Als dann Wasser in das Boot eingedrungen sei, hätten die Segler einen Notruf abgesetzt. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in der Region.

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Von Spanien aus sei ein Hubschrauber gestartet und der in der Nähe fahrende Tanker "MT Lascaux" gebeten worden, dem Havaristen zu Hilfe zu kommen, schrieb die Zeitung weiter unter Berufung auf das Verkehrsministerium in Madrid. Eine Stunde nach dem Notruf seien die Schiffbrüchigen von dem Tanker wohlbehalten an Bord genommen worden. Die Jacht habe man jedoch nicht bergen können, sie sei kurz darauf gesunken.
Es war bereits der siebte derartige Vorfall seit 2020. Experten, die das Verhalten der intelligenten Tiere studieren, gingen davon aus, dass Orcas die Jacht gerammt hätten, die zu einer Gruppe von 37 der Meeressäuger gehören, die zwischen dem Norden der Iberischen Halbinsel und der Straße von Gibraltar im Süden leben, wie die Zeitung weiter berichtete.

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Warum die Orcas es seit 2020 immer wieder auf die Boote abgesehen haben, ist nicht bekannt. Obwohl stets von "Attacken" die Rede ist, sprechen Forscher lieber von "Interaktionen", da der Grund für dieses nur in diesem Seegebiet beobachtete Verhalten der Schwertwale nicht bekannt sei.
So sei es möglich, dass die Tiere nur spielen wollten. Es könne sich aber auch um die Reaktion auf ein negatives Erlebnis mit einem Schiff handeln. Die Orcas vor der iberischen Küste sollen im Durchschnitt zwischen fünf bis sechseinhalb Meter groß sein. Orcas in der Antarktis können eine Größe von bis zu neun Metern haben.
Quelle: dpa, AP

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